@ Bordell oder Straßenstrich: Ein paar Vorschläge

Ich wollte mir neulich bei Rai Südtirol das „Pro und Contra“ ansehen, zum „heißen Thema Prostitution“. Was an dem Thema heiß sein soll, hat sich mir trotz intensiven Grübelns noch nicht erschlossen, aber der Moderator wird’s schon wissen. Ich bin vielmehr der Meinung, Prostitution ist eines der ergiebigeren und wichtigsten Themen in Gleichstellungsbelangen, weil es die Machtverhältnisse so wunderbar deutlich aufzeigt (davon wollte aber der Moderator wohl nichts wissen). Ich habe es dann leider nicht geschafft, die Sendung „live“ zu verfolgen, was aber ja heutzutage kein Problem mehr ist. Auch Rai Südtirol hat mittlerweile eine Mediathek, zum Nachschauen, für die Verhinderten wie mich. Das nun hatte ich mir für gestern vorgenommen, kam aber nur bis etwa zu Minute sechs. Da musste ich abschalten, ich hab’s nicht mehr ertragen. (mehr …)

GEWALTige „Nachrichten“

Bei Spiegel Online fragte sich neulich Jan Fleischhauer in seiner Kolumne, ob man „Zum Vergasen von Flüchtlingen aufrufen“, „mit Mord durch Kettensäge drohen“, „den Holocaust leugnen“ darf, und stellt fest: Ja, man darf, bei Facebook. Das ist ein Problem, ohne Frage, aber immerhin Facebook ein privates Unternehmen, mit dem einzigen „Auftrag“, seine Besitzer zu bereichern, und eventuell noch jenem der Unterhaltung seiner Nutzerinnen.  (mehr …)

Freies Geläut

Man stelle sich einmal vor:

„Der Kölner Kardinal Woelki lässt am Freitagabend von den Kirchtürmen seiner Diözese die Glocken tönen; für jeden toten Flüchtling im Mittelmeer ein Schlag – als Mahnung, als Zeichen, als Aufforderung an die Politiker, „einen legalen Weg für Flüchtlinge nach Europa“ zu schaffen“.

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Grenzen, mit Willkür, Unrecht und überhaupt: Ich hab‘ da mal ’ne Frage.

Ja, es wäre SEHR spannend, heute schon zu wissen, was die Geschichtsbücher dereinst, in zwei- oder drei- oder vierhundert Jahren, über die Geschehnisse unsere Tage erzählen werden, was die Studenten diskutieren, und was die Professoren lehren werden. Ich fürchte, das Bild, das wir als „zivilisierte“ Gesellschaft abgeben werden, ist nicht das Beste: Wie wird beispielsweise die Tatsache erzählt werden, dass viele, viele Tausende Menschen armselige, unwürdige und einsame Tode sterben mussten, im Mittelmeer und vor den Toren des (reichen!) Europa, bevor dieses Europa – seine höheren und höchsten Chargen – sich dazu herab ließ, einmal aufzuschauen, und kurz hinzusehen?

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Von der Freiheit und Anonymen, mit Folgen (ein Versuch)

Die NSTZ hatte vor ein paar Tagen berichtet, dass ein Internetmagazin namens „Tablet“ das Kommentieren seiner Beiträge nur noch „zahlenden Kunden“ ermöglichen wolle. Dieser doch recht ungewöhnliche Schritt – im Netz, der vorwiegend-immer-noch-Gratiskultur – wird folgendermaßen erklärt:

(…) ist dieser Vorstoß besser, als wenn man alle Kommentare unterbindet, wie es manche Medien inzwischen tun. Bei „Tablet“ soll die Gebühr nun für eine Art „Zivilisierung” der Diskussion sorgen und „viele, wenn nicht die meisten der übelsten Missetäter ausschalten“.

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ZeitZeichen

Auch, wenn man manchmal das Gegenteil meinen möchte: Sie bewegt sich. Doch.

ZeitZeichen eins:

In New York lief bei der diesjährigen „New York Fashion Week“ erstmals ein Model mit Down-Syndrom über den Runway. Jamie Brewer, die übrigens auch eine erfolgreiche Schauspielerin ist, lief für Carrie Hammer, die schon letztes Jahr sehr erfolgreich ihre „Role Models Not Runway Models“-Kampagne gestartet hatte. „Die Show überstieg meine kühnsten Erwartungen“ sagt die Designerin. „Es macht mich glücklich, zu sehen, wie die Menschen in meiner Show lächeln, und froh sind“. Vorbilder statt Laufstegmodels, und fröhliche Gesichter statt dunkler Sonnenbrillen. Wenn das nicht Hoffnung macht. (mehr …)

Oh, diese Scheinheiligkeit!

Es gab da neulich auf RAI Südtirol in der Sendung „Pro & Contra“ eine Diskussion über die Notwendigkeit/den Wunsch der Anerkennung von Ehen unter gleichgeschlechtlichen Paaren. Es diskutierten Andreas Unterkircher, Präsident von „Centaurus“ und bekennender Schwuler, und ein Herr Lois Taibon, Obmann – glaube ich – der Pustertaler Südtiroler Freiheitlichen (es wäre ja übrigens schön, wenn man bei RAI Südtirol endlich anfinge, seine Sendungen auch im Internet zur Verfügung zu stellen). (mehr …)

(Binnen)-I/ch, schon wieder (s’ist Sommerloch!)

Das Binnen-I und Konsorten erschrecken die Welt, die heimische zumal. Wenn’s nicht so traurig wäre, dann wäre es bestimmt spannend und jedenfalls faszinierend, zu beobachten zu studieren zu erforschen, was im Grunde oder in Wahrheit diese Menschen, hauptsächlich aber leider nicht nur Männer, so sehr bewegt und ängstigt an diesem kleinen Buchstaben, der – wenn groß geschrieben – mitten im Wort sich hinstellt und sagt: Schau, (die) Frauen sind auch da!

Vielleicht wär’s diesen Männern und Menschen ja auch in Wahrheit viel lieber, die Frauen wären nicht da, oder zumindest nicht so sichtbar. (mehr …)

Ich schäme mich (j’accuse).

Ich habe mich mal wieder heftig geschämt, gestern, bei den Abend-Nachrichten, als der Herr Stocker (war er es? ich kenne diese Leute nicht so gut) erzählte, wie das Krankenhaus (!) der richtige Ort sei, um Einwanderer, jene ohne Papiere und also ohne „Status“, zur Anzeige zu bringen.

Es ist unerträglich. Dass sich „Politiker“ wie der „Herr“ Pius Leitner (ja, die Anführungszeichen um den Herrn sind bewusst gesetzt, denn ein Herr ist ein Herr, und Pius Leitner ist keiner) und sein Gefolge sich nicht schämen, als Christen, als die sie sich so gern unter die Leute und das Wahlvolk bringen, laut und öffentlich anzuklagen, dass die Kosten für eine sanitäre Erst- und Grundversorgung jener armen Teufel, die aus ihren Heimatländern flüchten (müssen), 100.000 Euro pro Jahr übersteigen. Ich muss aber auch sagen, dass es mich überrascht, zu sehen, welche Aufmerksamkeit diesen und ähnlichen Un-Sagern dieser und ähnlicher Un-Politiker gewidmet wird, von den „großen“ heimatlichen Medien, und wie die keineswegs versuchen, die falschen Töne solcher Statements herauszustreichen. Aber so geht’s wohl, das Stimmung Meinung machen. (mehr …)