Die(se) Euregio mag ich nicht

Viel braucht es ja wahrhaftig nicht, dass sich Südtirol im Mittelpunkt der Welt wähnt, und sei es „nur“ der europäischen: Auf Schloss Prösels bei Völs, einem zugegebenermaßen äußerst attraktiven Standort, gaben sich an diesem Wochenende hohe bis höchste Persönlichkeiten der aktuellen Politik ein Stelldichein. Die VVIP-Liste reichte hinauf bis zum italienischen Ministerpräsidenten, Matteo Renzi, der aber gerade lange genug blieb, um den österreichischen Bundeskanzler Faymann über den grünen Klee zu loben und in ein paar Fotolinsen zu lächeln, bevor er wieder abbrauste, zu seinem nächsten Termin, mit dem Tunnel, dem BBT. Jedenfalls aber hat er, der Herr Renzi aus Florenz bzw. Rom, unser Land und seine Bewohner im Sturm erobert, das soll ihm mal einer nachmachen. Und für eines Augenblicks Blinken, so scheint es und wurde gejubelt, strahlte der Scheinwerfer der großen Geschichte hell auf das kleine Südtirol, für eine kurze Zeit war Südtirol ein heller Stern am Himmel Europas, dem Europa der Regionen zumal. (mehr …)

Die Geldangelegenheiten der Volksvertreter

Ehrlich gesagt, ich persönlich finde es einfach nur noch ärgerlich, es nervt, und zwar heftig, a) dass und b) wie alle unsere Medien seit Monaten nur noch von den Geldangelegenheiten der Politiker, der jetzigen und der einstigen, reden. Ich habe, ich geb’s ja zu, keine Ahnung, wie viel eine Politikerin und warum verdienen kann, wie viel sie verdienen soll und wie viel sie verdienen darf. Es interessiert mich auch nicht sonderlich – sehr wohl aber interessiert mich, woran die Volksvertreter arbeiten, wie sie daran arbeiten, welche Erfolge sie erzielen, wer davon profitiert und warum. (mehr …)

Laufen wie ein Mädchen

„What does it mean to run like a girl?“ Dämliche Frage! Schnell laufen Mädchen, natürlich! Ich muss gestehen, die ersten paar „Performances“ im Video, die auf die eingangs gestellte Frage „antworten“ sollen und jedenfalls reagieren, scheinen mir fast ein wenig gestellt, so unglaubwürdig wirken sie.

Gibt es tatsächlich Menschen, die denken, dass Mädchen so laufen? Laufen Mädchen so? Heute noch? Zugegeben – früher, als die Frauen noch enge Röcke trugen, die weit ausholende, natürliche Laufschritte unmöglich machten, sah es manchmal tatsächlich ein bisschen so aus wie in dem kleinen Film unten porträtiert, wenn Frauen liefen und zu diesem Zwecke ihre Beine seitlich wegwarfen statt nach vorne und hinten auszuholen. Aber diese Zeiten sind doch längst vorbei, lange schon tragen Frauen Hosen und flache Schuhe und können richtig gut laufen – (wie) ist es möglich, dass sich derlei „Stereotypen“ und (Vor-)Bilder so machtvoll behaupten können, entgegen jeglicher Realität und weit über Jahrzehnte hinweg? (mehr …)

Mehr Entscheidungsmacht dem Volke! (Oder doch besser nicht?)

Das war mal wieder interessant: Der „Presseclub“ bei Phoenix zum Thema TTIP, ein sehr interessantes Gespräch, finde ich, und verlinke das Video dazu. Hinhören lohnt sich.

TTIP bewegt mich, aber – ich geb’s ja zu – sehr viel weniger wegen seiner selbst, als vielmehr, weil die Diskussion darüber so klar und deutlich aufzeigt, in welch überaus komplexer Welt wir leben, und dass es für ganz normale Bürger fast unmöglich ist, sich zu den großen Themen unserer Zeit eine fundierte, ausgewogene Meinung zu bilden. Nichtsdestotrotz habe ich, seit TTIP die Wogen hochkochen lässt, eine Vielzahl von Online-„Petitionen“ erhalten, und von ungezählten Protestaktionen gelesen, und frage mich: Weiß die Mehrheit der Unterzeichner und Protestierer denn überhaupt, was sie unterschreibt, und wogegen sie protestiert? (mehr …)

Bedingungsloses Grundeinkommen, die Zweite

Ich lief heute im Walde so für mich hin, und nichts zu denken, das war mein Sinn… aber da kam mir, wie’s der Teufel haben will, ein Artikel aus „brandeins“ in die Quere, dem ich just vor meinem Aus-dem-Hause-Treten begegnet war. Das wiederum hatte zur Folge, dass meine Gedanken sich weiter hangelten – da war ja nichts, das sie hätte festhalten können, ich war mit Laufen beschäftigt – zu einer Aussage, die ein Bekannter einmal getätigt hatte, vor Zeiten, nämlich dass „brandeins“ immer wieder mal für einen guten Artikel in Sachen Grundeinkommen gut ist. Ich halte ja sehr viel von www.brandeins.de und nicht nur, weil es – ein seriöses, anerkanntes und (gewissermaßen, ein bisschen)  Mainstream-, aber jedenfalls Wirtschaftsmagazin – auch zum Bedingungslosen Grundeinkommen spricht, und gar nicht selten. Das ist ungewöhnlich, und ungewöhnlich ist immer gut. (mehr …)

Welterbe (was wir davon haben)

Es ist schon länger her, als ich zum ersten Mal mit dem Titel „Welterbe“ konfrontiert worden war, den die UNESCO seit 1972 an weltbedeutende Stätten vergibt. Es gibt übrigens im Netz eine sehr interessante Liste über alle Welterbe-Stätten und eigentlich denke ich, sollte diese Liste an den Schulen dieser Erde gelehrt werden, damit in der Menschheit, die dieses Erbe zu verwalten hat, möglichst früh ein Gespür dafür entwickelt wird, und dazu der nötige Respekt mit, vielleicht, ein wenig Demut. (mehr …)

Und keineR sagt was.

Mehr als 5.000 Kommentare in weniger als 24 Stunden für ein Post auf Facebook. Unfassbar genug. So viel Aufmerksamkeit und so viel Zeit – wofür?  Für nicht mehr und nicht weniger als einen Brief, den die Grünen Frauen Wiens an einen Herrn Gabalier geschrieben hatten. Dieser Herr Gabalier, ein österreichischer Volksmusiksänger con tanto di Trachtenjanker samt Wamserl – bis dato nie gehört oder gesehen, das Bürschl -, hatte scheint’s bei einer öffentlichen Veranstaltung die österreichische Bundeshymne gesungen, mit falschem Text. Das ist peinlich genug, wäre aber kaum der Rede wert, weil ein Mensch mit auch nur wenig Format eine solche Dummheit nie begangen hätte. Deswegen ist das Fettnäpfchen des A. Gabalier aber noch keineswegs „lässlich“, so viel Freiheit, denke ich, muss sein, dass jede für sich selbst entscheiden kann, was für sie lässlich ist und was nicht (es geht ja auch, immerhin, um eine Nationalhymne). (mehr …)

Erlebnishaus, Erlebniskauf

Dieser Rummel um ein Bozner ERLEBNISkaufhaus schlägt mir langsam aufs Gemüt. Schon interessant, wie die Südtiroler Herzen nach rückwärts schlagen, denn während die Welt darüber nachdenkt, wie der längst aus jeglicher gesunden Bahn geratene Konsumdrang und Konsumzwang zu reduzieren und in gesündere Bahnen zu lenken sei und gelenkt werden könnte, in dieser Zeit also streitet man sich in unserer Landeshauptstadt darüber, ob und wem man ein weiteres Einkaufsmekka und wie genehmigen kann. (mehr …)

Achtung: Ampelfrauen auf dem Vormarsch!

Wundert mich, eigentlich, dass die Frage, ob neben dem traditionellen Ampelmann auch eine moderne Ampelfrau Platz haben muss, überhaupt (noch) Thema ist. Natürlich muss sie, und selbstverständlich ist es wichtig, die allgegenwärtigen Ampelmänner durch eine angemessene Zahl an Ampelfrauen zu ersetzen. Die Welt besteht ja nicht aus Mann allein, auch die Verkehrswelt nicht (mehr). Die „Problematik“ könnte ja übrigens auch von der anderen Seite aus betrachtet werden, in welchem Falle sich schnell und unmissverständlich zeigt: Wenn das Thema „nicht so wichtig“ ist, dann ist es wohl auch gleich, wenn ein paar Ampelmännchen zugunsten der Ampelfrauen aus dem Programm genommen werden. (mehr …)

Postgender, oder: Feigenblatt für Chauvinisten?

Nachdem ich also neulich in Eva Klotz gewissermaßen ein schönes Beispiel sah, davon, wie eine Postgender-Gesellschaft aussehen und funktionieren könnte – bei Frau Klotz scheinen tatsächlich die Geschlechterthematiken und -problematiken überwunden, denn sie ist was sie ist und also schicht eine Mensch, die weiß, wovon sie spricht – stieß ich gestern via www.diestandard.at auf einen Artikel, der just zu diesem Thema arbeitete und – ich geb’s gerne zu – dieser Artikel made my day. (mehr …)