Ich lief heute im Walde so für mich hin, und nichts zu denken, das war mein Sinn… aber da kam mir, wie’s der Teufel haben will, ein Artikel aus „brandeins“ in die Quere, dem ich just vor meinem Aus-dem-Hause-Treten begegnet war. Das wiederum hatte zur Folge, dass meine Gedanken sich weiter hangelten – da war ja nichts, das sie hätte festhalten können, ich war mit Laufen beschäftigt – zu einer Aussage, die ein Bekannter einmal getätigt hatte, vor Zeiten, nämlich dass „brandeins“ immer wieder mal für einen guten Artikel in Sachen Grundeinkommen gut ist. Ich halte ja sehr viel von www.brandeins.de und nicht nur, weil es – ein seriöses, anerkanntes und (gewissermaßen, ein bisschen)  Mainstream-, aber jedenfalls Wirtschaftsmagazin – auch zum Bedingungslosen Grundeinkommen spricht, und gar nicht selten. Das ist ungewöhnlich, und ungewöhnlich ist immer gut.

Wie gesagt, so fing’s an. Und derweil ich also so vor mich hin lief, und mir dachte, dass ich es nach wie vor eine schöne Idee finde, dieses BGE, weil es Menschen frei macht, denn es ist erwiesen und bewiesen, dass Mangel, Geldsorgen, finanzielle Nöte die Menschen nicht nur in ihrem Konsum, sondern in ihrem ganzen Sein, aber auch in ihrer Kreatitivät einengen und einschränken, er ist, habe  ich mir sagen lassen, dieser endlose Mangel, wie ein graues Tuch, das sich über den Menschen legt, und ihn nicht mehr los lässt, nicht bei Tag und nicht bei Nacht, und er zehrt, der Mangel, wenn er nicht selbst gewählt ist, den Menschen aus, bis nichts mehr von ihm übrig bleibt.

Und so wäre also ein Bedingungsloses Grundeinkommen wie eine Glückspille für all die vielen Menschen, denen sich dieses graue Tuch über das Gemüt gelegt hat, eine Gückspille ohne Nebenwirkungen und andere schädliche Beipackzettel und vielleicht, wer weiß, würden nicht nur diese Menschen, sondern würde die ganze Gesellschaft profitieren, von mehr glücklichen und gelösten weil vom endlosen Bangen und Sorgen um ihr Morgen erlösten Menschen. Das wäre mal zu testen, vielleicht, und würde wohl auch nicht viel mehr kosten als das Testen und Verteilen von Psychopharmaka und anderen Stützen und Hilfen und Maßnahmen.

Und während ich so weiter lief, kam mir der Gedanke, dass es ja vielleicht gar nicht einmal nötig wäre, ausnahmslos allen Bürgern das BGE auszuzahlen, weil ja viele von ihnen sehr gut und wohl auch gern darauf verzichten könnten, weil sie, zum Beispiel, das Glück haben, gesund zu sein, einen Job zu haben, der ihnen Freude macht und sie nicht nur (gesund!) ernähren, sondern ihnen ein gutes Leben ermöglichen kann. Mehr braucht ja, in Wahrheit, kein Mensch. Warum also sollten solche Menschen, fragte ich mich, Geld aus dem gemeinsamen Topf beanspruchen, das doch andere viel besser brauchen könnten, bzw. das gar nicht erst für den gemeinsamen Topf aufgebracht werden muss, weil der schon ausreichend gefüllt ist?

Genau, ich bin der Meinung, dass die, die leisten können und das wollen, es auch sollen, und da ist es, meine ich, völlig wurst, wenn andere nicht leisten wollen oder können. Jede hat bzw. tut ja, was sie will.

Trotzdem, denke ich mir, wäre es vielleicht hin und wieder gut, wenn auch die, die nicht regelmäßig und grundsätzlich aus dem BGE-Topf beziehen wollen, das hin und wieder tun könn(t)en, wenn sie es möchten, für ein Sabbatical, zum Beispiel, oder ein Studium, oder für den Ausgleich, wenn mit den Jahren die Leistungskraft nachlässt, für die Zeit zwischen einem Job und dem anderen, oder auch einfach nur mal so, um sich ein wenig auszutoben oder auszuleben oder auszuklinken.

Wär doch schön, oder?

Bliebe noch das Problem mit der Arbeit zu lösen, ich meine das Problem der zu wenigen Arbeitsplätze bei zu vielen Menschen, oder andersrum, der zu vielen Menschen bei zu wenig Arbeit. Denn ein BGE wäre aller Voraussicht nach eine gute Kur für das Problem des Arbeitsplatzmangels, weil so ein Arbeitsplatz dann, mit BGE, nicht mehr zwingend wäre. Aber vielleicht, habe ich mir gedacht, würde ja auch ein „Grundeinkommen auf Abruf“ wie oben den überfüllten Arbeitsmarkt ein wenig ausdünnen, aber ganz bestimmt würden die, die sich ins Privatleben verabschieden, Plätze frei machen für andere, die lieber noch was schaffen wollen, und vielleicht würden sogar die, die durch das Grundeinkommen be-frei-t wurden, neue Arbeitsplätze schaffen, und sei es ein einziger, denn auch der geringste Beitrag ist ein wichtiger Beitrag.

Ich weiß es nicht, aber als ich heute so vor mich hin lief, dort draußen, da kam es mir vor, als könnte dieser auch ein Weg sein, vielleicht sogar ein guter.

Und hier noch, weil Platz genug ist, der Film, der alles erklärt, alles zum Grundeinkommen, wollte ich sagen 🙂

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