Die zwei Seiten der Eva Klotz

Ich hatte neulich wieder einmal Gelegenheit, Eva Klotz zu beobachten, ich glaube, in einem Themen-Duell im TV, und war – wie fast immer – am Ende ratlos, weil diese Frau in mir stets zwei einander aufs heftigste widerstrebende Gefühle auslöst: Auf der einen Seite Ärger und Widerwillen, weil ich ihre Reden um „Südtirol ist nicht Italien“, „so lange wir bei diesem Staat Italien sind“ usw. usf. einfach nur kindisch, aus der Zeit gefallen, unpassend und zerstörerisch finde. Ich fühle mich davon kein bisschen angesprochen, und würde mich gern fremdschämen dafür. (mehr …)

Einfach mal alles hinter sich lassen

Als ich mir die Via Francigena als unsere Route rausguckte, verschwendete ich nicht den geringsten Gedanken daran, dass dieser Weg ja – eigentlich – ein Pilgerweg ist. Er passte, wie ich ja im Übrigen schon mal gesagt habe, perfekt in unser Bedürfnis-Schema, und er bot sowohl Struktur – in Sinne klar definierter Tagesetappen -, als auch Strukturen, im Sinne von Ess- und Schlafplätzen. Was soll ich sagen? Ich konnte mir überhaupt nicht vorstellen, dass Menschen sich tatsächlich, heutzutage, aus religiösen Gründen auf diesen Weg machen könnten. Ich sollte eines Besseren belehrt werden, und ein paar Mal, ich gestehe es, habe ich mich ob dieser meiner Blauäugigkeit ein bisschen geschämt – aber davon ein ander Mal. (mehr …)

„Nationalismus hat viele Masken“

Ich habe keine Ahnung, warum ich gestern diesen Text auf www.zeit.de geöffnet habe, im Gegensatz zu vielen anderen, die sich mit den Nachwehen der Europawahl beschäftigen. Tatsache ist aber, dass ich mit nichts Besonderem gerechnet hatte, am allerwenigsten damit, dass er mein übles Bauchgrimmen in Sachen Separation, Sezession und allem, was damit zusammen hängt, rechtfertigen würde. (mehr …)

Die Alpen? Sind Sache der Schützen!

Ich habe mir heute mal wieder Zeit genommen, im Tagblatt der Südtiroler zu blättern, und konnte nicht anders, als auf eine leuchtend bunt und großzügig aufgemachte Doppelseite aufmerksam zu werden: Die Schützen! haben so viel Aufmerksamkeit anscheinend verdient. Sogar ich kam nicht daran vorbei, genauer hinzuschauen, trotz der Tatsache, dass mich das Tun oder Nicht-Tun der Schützen in etwa so sehr interessiert wie die Wettervorschau für den 29. September nächsten Jahres. Endgültig in Beschlag genommen wurde meine Aufmerksamkeit aber vom Titel,  den die Redaktion über die Bilder gesetzt hatte, und der da lautete: „Die Herzen in der Alpenregion schlagen im selben Takt.“ (mehr …)

Von der Schwierigkeit, Jungs zu gewinnen

Ich wollte eigentlich damit anfangen, zu erzählen, was mich an bzw. in diesem Text („Nicht auf den Schoß nehmen“, Süddeutsche Zeitung Magazin) heute stutzig gemacht hat. Aber jetzt fange ich doch lieber beim Umfeld an – denn das ist auch recht interessant und verleitet zum Nachdenken, über Dinge und Situationen, die ziemlich neu sind und also teils recht heftiger Denk-Umkehrschwünge bedürfen. (mehr …)

À propos „Familie“

Das gehört hier jetzt zwar nicht im strengen Sinne zu „Frauensachen“, aber ich schlage vor, wir sehen das jetzt mal ein bisschen locker, und also hier und heute, was mich (auch) schon seit einem Weilchen beschäftigt. Außerdem ist, was ich hier sagen möchte, doch eher eng verwandt mit meinem letzten Beitrag (Die Frau? Bloß nicht zu unabhängig), weshalb ich die „Bombe“, um die es hier geht, nicht länger mit mir herumtragen und sie in unsere kleine und vielleicht ein bisschen enge Welt entlassen will (mal schauen, was passiert). Es geht um einen  Zeitungsartikel, der aus der (eher konservativen, wenn ich recht informiert bin) Schweiz kommt, und dort von der (eher konservativen, wenn ich recht informiert bin) NZZ oder auch „Neue Zürcher Zeitung“. (mehr …)

Die Frau? Bloß nicht zu unabhängig!

Darüber grüble ich jetzt schon ein ganzes Weilchen: Eine Bekannte hatte mir davon erzählt, wie ihre (ich glaube) zwölfjährige Nichte vor einem besonders schönen Teilchen im Schaufenster eines Juweliers folgenden Satz tat: „Da werde ich aber einen SEHR reichen Mann heiraten müssen, wenn ich je so etwas Schönes besitzen will“. So gesagt und geschehen im Jahre 2014. (mehr …)

Neue Grenzen, andere Grenzen

Es gibt keine Grenzen, die auch nur einem einzigen Menschen in all seinen Facetten, seinen Lebensentwürfen und seinen vielfältigen Anforderungen an das Leben gerecht werden könnte. Jede Grenze, wenn sie von Menschenhand nach den „klassischen“ Kriterien gezogen wurde, kann gar nicht anders als einerseits ausschließen, und andererseits eingrenzen. Das liegt in der Natur der Grenze. Es ist also völlig illusorisch, sich und anderen einreden zu wollen, es ließen sich solche oder andere Grenzen ausfindig machen, die alle Menschen, die drinnen und die draußen, glücklich oder auch nur zufrieden machen. (mehr …)

Grenzenlos (am Beispiel „Europaregion Dolomiten“)

Es war ein Kommentar, ich kann ihn leider nicht wiederfinden, eines Users unter einem Text, den ich leider auch nicht wiederfinden kann, der die Sache mit den „Fließenden Grenzen“ in meinem Kopf in Bewegung setzte. Ich erinnere mich, dass der Kommentator ein wenig verbittert und sehr frustriert, so schien es mir, davon berichtete, dass ja schließlich (ich glaube) fast 75 Prozent der Dolomiten, mit denen Südtirol sich international brüstet und hervortun will, zu Belluno gehören, dass aber just dieses Belluno von Südtirol mehr oder minder gesnobt wird. (mehr …)

La partita femminista: Bitte! Bunt!

Ich habe neulich zum ersten Mal davon gehört: Es gibt in Schweden eine feministische Partei, und die hat, man höre und staune, bei den Europawahlen etwas mehr als fünf Prozent „abgestaubt“. Die Schweden sind uns ja in vielen Dingen voraus, sie scheinen – im Vergleich zu uns – eine recht fortgeschrittene Gesellschaft zu sein. Jedenfalls ist die von der Feministischen Partei und ihrem stolzen Wahlergebnis doch mal eine gute Nachricht, finde ich,  in einer Welt, die nicht nur optisch von Krawatten und grauen Anzügen dominiert wird, und habe mir anschließend noch gleich mitgedacht, dass wir hier so etwas ja vielleicht auch ganz gut gebrauchen könnten. (mehr …)