Der faule Mensch

Über Facebook, unerschöpfliche Informations- und Inspirationsquelle, bin ich über einen Artikel zum BGE gestoßen und eine kleine Diskussion über „faule“ Menschen. Es gibt ja keinen Text zum BGE, der ohne faule Menschen auskäme.

Mich hat das nachdenklich gemacht, denn die Frage, was einen Menschen zu „Leistung“ antreibt und/oder ihm die Freude am Schaffen nehmen könnte, beschäftigt mich seit geraumer Zeit. Ich glaube grundsätzlich nicht an „faule“ Menschen –  allein schon die Begrifflichkeiten…! „Faul“, das ist doch in erster Linie – ich überlege – ein organischer Körper? in Auflösung begriffen? von Fäulnisbakterien zersetzt? wertlos? Ich habe nach „faul“ gegoogelt, und überrascht gefunden, dass Wikipedia (!), die ja zu allem etwas zu sagen hat, zu „faul“ nichts hergibt, nichts zumal, was landläufig darunter verstanden wird. (mehr …)

Umdenk-Pause (eins)

Auf ARTE  sah ich neulich diesen kleinen Film hier:

http://www.arte.tv/guide/de/051091-011/x-enius?autoplay=1

Er berichtet über die so genannte „geplante Obsoleszenz“, ein Thema, das seit Kurzem auf der Agenda einiger Zeitungen und Zeitschriften und über sie ein bisschen in die tiefere Gesellschaft vorgedrungen ist. Ich persönlich halte es ja für durchaus glaubwürdig, dass die großen Unternehmen, die, die die Welt beherrschen, es darauf anlegen, dass ihre Produkte frühzeitig unbrauchbar werden. Wie sonst sollten sie auch die Umsätze zu generieren imstande sein, die sie zweifelsohne benötigen, um ihre enormen Strukturen am Leben zu erhalten? Irgendwie müssen die Laufbänder des Konsums ja angetrieben werden, und nur mit Werbung allein ist das wohl nicht (mehr) zu schaffen. (mehr …)

Von Banken und Innovationswilligen

Die Frau – eine schöne Frau, in den besten Jahren, sehr gepflegt und offensichtlich erfolgreich, was halt landläufig darunter verstanden wird, nicht wahr – sah ziemlich ratlos aus, und ein bisschen verletzt, wie sie dasaß, den Kopf schüttelte, ihre Hände in einer fragenden Bewegung gen Himmel öffnete und in die Runde erzählte, wie sie bis nach Rom gefahren war, um sämtliche Genehmigungen und Erlaubnisse zusammen zu bekommen, für ihr neues (innovatives) Unternehmen, und sie verstehe heute noch nicht, wie die von der Bank wissen wollten, dass das nichts werden würde, mit ihrer Geschäftsidee, und die Finanzierung versagten. So wurde auch tatsächlich nichts daraus, und bestätigte sich einmal mehr die alte Wahrheit, dass Banken nur denen geben, die schon haben, im vielfachen Sinne, aber letzteres ist, zugegeben, nur so eine Idee von mir. (mehr …)

Mehr Entscheidungsmacht dem Volke! (Oder doch besser nicht?)

Das war mal wieder interessant: Der „Presseclub“ bei Phoenix zum Thema TTIP, ein sehr interessantes Gespräch, finde ich, und verlinke das Video dazu. Hinhören lohnt sich.

TTIP bewegt mich, aber – ich geb’s ja zu – sehr viel weniger wegen seiner selbst, als vielmehr, weil die Diskussion darüber so klar und deutlich aufzeigt, in welch überaus komplexer Welt wir leben, und dass es für ganz normale Bürger fast unmöglich ist, sich zu den großen Themen unserer Zeit eine fundierte, ausgewogene Meinung zu bilden. Nichtsdestotrotz habe ich, seit TTIP die Wogen hochkochen lässt, eine Vielzahl von Online-„Petitionen“ erhalten, und von ungezählten Protestaktionen gelesen, und frage mich: Weiß die Mehrheit der Unterzeichner und Protestierer denn überhaupt, was sie unterschreibt, und wogegen sie protestiert? (mehr …)

Bedingungsloses Grundeinkommen, die Zweite

Ich lief heute im Walde so für mich hin, und nichts zu denken, das war mein Sinn… aber da kam mir, wie’s der Teufel haben will, ein Artikel aus „brandeins“ in die Quere, dem ich just vor meinem Aus-dem-Hause-Treten begegnet war. Das wiederum hatte zur Folge, dass meine Gedanken sich weiter hangelten – da war ja nichts, das sie hätte festhalten können, ich war mit Laufen beschäftigt – zu einer Aussage, die ein Bekannter einmal getätigt hatte, vor Zeiten, nämlich dass „brandeins“ immer wieder mal für einen guten Artikel in Sachen Grundeinkommen gut ist. Ich halte ja sehr viel von www.brandeins.de und nicht nur, weil es – ein seriöses, anerkanntes und (gewissermaßen, ein bisschen)  Mainstream-, aber jedenfalls Wirtschaftsmagazin – auch zum Bedingungslosen Grundeinkommen spricht, und gar nicht selten. Das ist ungewöhnlich, und ungewöhnlich ist immer gut. (mehr …)

Erlebnishaus, Erlebniskauf

Dieser Rummel um ein Bozner ERLEBNISkaufhaus schlägt mir langsam aufs Gemüt. Schon interessant, wie die Südtiroler Herzen nach rückwärts schlagen, denn während die Welt darüber nachdenkt, wie der längst aus jeglicher gesunden Bahn geratene Konsumdrang und Konsumzwang zu reduzieren und in gesündere Bahnen zu lenken sei und gelenkt werden könnte, in dieser Zeit also streitet man sich in unserer Landeshauptstadt darüber, ob und wem man ein weiteres Einkaufsmekka und wie genehmigen kann. (mehr …)

Klimawandel? Welcher Klimawandel?!

Ich komme grad vom Schneeschaufeln, eine elende Schinderei. Das Zeug tut nur so, als sei es Schnee – in Wahrheit ist es nasser Zement. Aber es sieht hübsch aus, ohne Zweifel, und wer nicht zu genau hinschaut, die könnte doch glatt meinen, wir hätten eine richtige Winter-Idylle. Wie damals, früher, als die Welt noch in Ordnung war und funktionierte, wie wir und die Schneewirtschaft uns das wünschten. (mehr …)

Von Abstimmungen, geheimen und anderen

Das ist ein Problem, hatte ich mir neulich gedacht, als ich von der (neuerlichen) Abstimmung über den Neubau einer Seilbahn von Kastelruth auf den Puflatsch gehört hatte. So eine Abstimmung in einem kleinen Dorf, in dem jeder jede kennt und irgendwie alles miteinander verwoben und aufeinander angewiesen ist, in so einem Dorf ist so eine Abstimmung ein Problem – jedenfalls in einer Sache, die von großer Tragweite ist für die Gemeinschaft und, wie das in solchen Fällen üblich ist, das Dorf entzweit. (mehr …)

Gut (Brot-)Ding will Weile haben

DSC_8804-350x234Ich gestehe: Ich bin ein Brot-Freak und bräuchte, um glücklich zu sein, wenig mehr als ein Stück guten Brotes. Gutes Brot aber, im klassischen Sinne, ist ein rares Gut geworden, in unseren Tagen, so sehr, dass ich persönlich ja zur Ansicht  neige, der Zustand einer Gesellschaft lässt sich an ihrem Brot ablesen und erkennen: Je übler das Brot, desto übler die Zustände in der Gesellschaft. Unter üblem Brot verstehe ich übrigens alles, was uns gemeinhin und mit wenigen Ausnahmen als „Grundnahrungsmittel“ zugemutet wird: Viel Luft (Schein!), wenig Substanz (Sein!); aufgeblasene Teigklumpen, die am besten schnurstracks verschlungen werden, weil je länger man kaut, desto übler der Geschmack, und überhaupt (langer Rede, kurzer Sinn): Viel Getue, wenig drin. (mehr …)

Prädikat: SEHR wertvoll

Die 20 größten Konsumsünden (inklusive ihrer Folgen und Ursachen): Ein maximal sehenswerter Beitrag. Man wird schon nachdenklich, doch, auch wenn man eh schon einigermaßen bescheiden lebt…

Meine Tochter bemerkte, dass „die Menschen ohne weiteres maximal überteuerte Preise zu zahlen bereit sind, für Mini-Mengen Kaffee in umweltschädlichen Aluminiumkapseln, aber für gutes Bio-Fleisch ein paar Euro mehr auszugeben, das geht scheinbar nicht“. Vielleicht liegt’s ja daran, dass Bio-Fleisch unter „ökologisch und politisch korrekt“, aber keineswegs „sexy“ läuft?! Vielleicht sollten wir’s ja mal mit George Clooney oder Johnny Depp als Bio-Metzger versuchen?!