Grenzenlos (am Beispiel „Europaregion Dolomiten“)

Es war ein Kommentar, ich kann ihn leider nicht wiederfinden, eines Users unter einem Text, den ich leider auch nicht wiederfinden kann, der die Sache mit den „Fließenden Grenzen“ in meinem Kopf in Bewegung setzte. Ich erinnere mich, dass der Kommentator ein wenig verbittert und sehr frustriert, so schien es mir, davon berichtete, dass ja schließlich (ich glaube) fast 75 Prozent der Dolomiten, mit denen Südtirol sich international brüstet und hervortun will, zu Belluno gehören, dass aber just dieses Belluno von Südtirol mehr oder minder gesnobt wird. (mehr …)

La partita femminista: Bitte! Bunt!

Ich habe neulich zum ersten Mal davon gehört: Es gibt in Schweden eine feministische Partei, und die hat, man höre und staune, bei den Europawahlen etwas mehr als fünf Prozent „abgestaubt“. Die Schweden sind uns ja in vielen Dingen voraus, sie scheinen – im Vergleich zu uns – eine recht fortgeschrittene Gesellschaft zu sein. Jedenfalls ist die von der Feministischen Partei und ihrem stolzen Wahlergebnis doch mal eine gute Nachricht, finde ich,  in einer Welt, die nicht nur optisch von Krawatten und grauen Anzügen dominiert wird, und habe mir anschließend noch gleich mitgedacht, dass wir hier so etwas ja vielleicht auch ganz gut gebrauchen könnten. (mehr …)

Grenzenlos (die Vorgeschichte)

Es wird hier bei uns sehr viel oder, um genauer zu sein, für meine Begriffe viel zu viel über Grenzen diskutiert. Hauptsächlich „diskutieren“ die, denen die (ehemalige) Brenner-Grenze immer noch ein Dorn im Auge oder eigentlich in der Seele ist und zwar ungeachtet der Tatsache, dass der Dorn längst vom Zahn der Zeit zernagt und die Wunde, die er in manchen Seelen gerissen haben mag, längst verheilt sein sollte. Besonders interessant finde ich übrigens die Tatsache, dass auffallend viele junge Menschen nicht damit klar zu kommen scheinen, dass Südtirol zu Italien gehört und das trotz der Tatsache, dass sie es nie anders erlebt haben (das „andere“, das nicht-italienische Südtirol kennen sie allenfalls aus Erzählungen ihrer Großeltern).

Das Ergebnis dieses Südtiroler Ur-Schmerzes ist, dass hierzulande immer noch über Sezession und Separation fantasiert wird. (mehr …)

Es reicht! Jetzt!

Es nervt, und es ist genug jetzt. Rentenskandal, Dildoskandal – der sich dann als Penisring-Skandal erweist (ha! denn auf die Idee ist erst mal wohl keiner gekommen, dass einer der überzähligen Männer im Landtag so ein Erregungs-Hilfsmittel brauchen könnte…) und kein Ende in Sicht. Ein Gutes hat aber hat die Sache: Endlich mal ein knackiger Männerhintern auf dem Titel der NSTZ, statt der ewigen Brüste.

Erneuerung tut not, aber sie lässt gefährlich lange auf sich warten. (mehr …)

Von Privilegien und Diskriminierung

Und wieder einmal steht „die Glaubwürdigkeit“ auf dem Spiel, und einmal mehr übt sich unsere Nachrücker-Politiker-Generation in Schadensbegrenzung und darin, „das Vertrauen der Bevölkerung“ wieder zu gewinnen. Wenn die bloß auch mal zum Arbeiten kommen, denke ich mir, und dazu, Dinge voran zu treiben und „Veränderung“ herbei zu arbeiten, die, die sie so oft beschworen hatten, als noch Wahlkampf war und alles möglich schien.  (mehr …)

Ärgerlich, sehr ärgerlich (ungeschickt dazu).

Das nun finde ich über die Maßen ärgerlich, wie *man* bei SVP auf das Ergebnis der Südtiroler Volksbefragung am Sonntag reagiert: wenig diplomatisch, wenig sportlich, und schon gar nicht elegant. Man übt sich vielmehr im Ausreden weben und zusammenkleistern, und was dabei herauskommt ist erbärmlicher Mst und zeugt sehr schön davon, was *man* bei SVP versteht unter „Demut“, die viel zitierte gleich nach der gewonnenen Schlacht, „Kommunikation“, „mit den Bürgern reden“ und was sonst noch alles an Süßholz geraspelt wurde im Hinblick auf den Wahlsieg, den es zu erringen galt. (mehr …)

Friss, Vogel, oder stirb.

Spricht der Herr Achammer in „Pro & Contra“ zum Thema Direkte Demokratie: „Das ist ein bisschen irreführend, denn es ist ja nicht so, dass automatisch ein besseres Gesetz angewandt wird, wenn am Sonntag unser Gesetzesentwurf abgelehnt wird. Dann geht die Debatte von vorne los“ (oder auch: Friss, Vogel, oder stirb).

Das rief mir das heutige „Vorausgeschickt“ im Tagblatt der Südtiroler in Erinnerung, das mich (auch) in Grübeleien versetzte. Frau Barbara Varesco sagt nämlich exakt, was der Herr Achammer sagt, allerdings mit dem Zusatz, dass „die Nein-Sager das Rennen machen“. In welchem Falle, so Frau Varesco, das Gesetz von 2005 bestehen bleibt, und die Debatte von vorne los geht. Dann schiebt Frau Varesco noch nach, dass jedes Referendum

„aber kostet drei Millionen Euro, und wir stimmen nach 2011 zum zweiten Mal über ein Gesetz zur direkten Demokratie ab. Das sind sechs Millionen Euro, die anderswo nötiger wären“.

Mit diesem letzten Satz hat Frau Varesco zweifelsohne recht – trotzdem aber frage ich mich:

Hätte man sich das nicht früher überlegen können, bei SVP?!

Auf der Suche nach: Heimat (2)

Das ist sie, habe ich mir gedacht, gestern, als ich diesen Absatz hier las, in einem Text auf http://www.barfuss.it/

(…) Weinkartons, Spumante, Speck, Kaminwurzen, Schüttelbrot, Olivenöl, Kaffee, Fonzies, Parmesan, Crodino, eingelegte Tomaten, eingelegte Zucchini, eingelegte Melanzane (oder Aubergine, wie die Deutschen sagen), Gel von L’Oréal Volume 10 (in Deutschland gibt es nur die unteren Stufen), Fiesta-Brioche, Lattella, Grissini, Spuma, Cynar, Montenegro, Thunfisch, Barilla-Nudeln, Barilla-Sughi. (…)

da ist sie, „meine“ Heimat oder auch nur eine Heimat, und jedenfalls ein Bild, eine Geschichte in den sechs Buchstaben im kleinen Wort mit der großen Macht.

Heimat in Südtirol, das ist der Speck neben dem Spumante, ganz selbstverständlich, die Kaminwurzen und das Olivenöl, als sei keine Verbindung natürlicher, der Crodino und das Schüttelbrot, als gäb’s keine Grenzen, und die Sughi so selbstverständlich wie die Melanzane, im deutschsprachigen Text eines deutschsprachigen Südtirolers in einem deutschsprachigen Medium.

Ja, so ist sie, meine Heimat, und noch ist gar nicht alles gesagt.

Von Abstimmungen, geheimen und anderen

Das ist ein Problem, hatte ich mir neulich gedacht, als ich von der (neuerlichen) Abstimmung über den Neubau einer Seilbahn von Kastelruth auf den Puflatsch gehört hatte. So eine Abstimmung in einem kleinen Dorf, in dem jeder jede kennt und irgendwie alles miteinander verwoben und aufeinander angewiesen ist, in so einem Dorf ist so eine Abstimmung ein Problem – jedenfalls in einer Sache, die von großer Tragweite ist für die Gemeinschaft und, wie das in solchen Fällen üblich ist, das Dorf entzweit. (mehr …)

Auf, ihr Frauen, in die Mitte!

Ich glaube, es war Brigitte Foppa, die im Zusammenhang mit der neuen Südtiroler Landesregierung bzw. deren Bildung im Sinne von Schaffung sagte, „in dieser Regierung gibt es nur eine Frau“. So oder ganz ähnlich sprach sie, und ich fürchte, sie hat(te) recht.

Zumindest wenn, wie ein lieber Bekannter es ausdrückte (er hat mich auf das Bild aufmerksam gemacht, ich habe zur Zeit leider eher wenig Muße), „ein Bild mehr als tausend Worte sagt“ und wir dem Titelfoto der „Dolomiten“ vom 17.1.2014 Glauben schenken dürfen: Die einzige Frau, die auf diesem Bild präsent ist, ist die Frau Stocker, und ich glaube nicht, dass das an ihrem grünen (ha!) Blazer liegt. (mehr …)