Es reicht! Jetzt!

Es nervt, und es ist genug jetzt. Rentenskandal, Dildoskandal – der sich dann als Penisring-Skandal erweist (ha! denn auf die Idee ist erst mal wohl keiner gekommen, dass einer der überzähligen Männer im Landtag so ein Erregungs-Hilfsmittel brauchen könnte…) und kein Ende in Sicht. Ein Gutes hat aber hat die Sache: Endlich mal ein knackiger Männerhintern auf dem Titel der NSTZ, statt der ewigen Brüste.

Erneuerung tut not, aber sie lässt gefährlich lange auf sich warten.

Die Bürger sind empört, und sie haben Recht. Mag sein, manche empören sich über das gesittete menschliche Maß hinaus, aber es ist populistisch, heuchlerisch und jedenfalls gänzlich unpassend, sich über sie zu erregen, denn: Wie verhält oder verhielt sich’s denn mit dem gesitteten menschlichen Maß der Urheber der Volks-Empörung? Na eben. Nein, da finde ich das feige Ich-geh-da-mal-lieber-nicht-raus  unserer Politiker schon beschämender und Besorgnis erregender, denn wer sich bei Regen nicht nach draußen traut, der sollte lieber kein Bauer werden. Will sagen: Das Bild, gestern, der Frau Stocker, und der Frau Mair, wie sie sich beleidigt (!) davon trollen, bloß, weil die aufgebrachte Menge sie mit Empörung statt mit Applaus empfängt,  das hat nachhaltigen Eindruck und einen ganz schalen Geschmack im Mund hinterlassen. Was haben wir denn für Schönwetter-Politiker?! Und wie haben’s denn diese Schönwetter-Politiker mit dem „Schuld“-Empfinden?! Aber gut, sie hatten ja in diesen letzten Jahrzehnten vor allem eins zu tun: Hände schütteln, Bänder durchschneiden, Geld ausgeben.

Eins aber ist so sicher wie das gute alte Amen in der Kirche: Wer sich jetzt beleidigt in sein Schneckenhaus zurückzieht, statt den Sturm der Entrüstung mit gesenktem Haupt (Demut! remember!?) über sich ergehen zu lassen, um sich danach laut und vernehmbar zu entschuldigen, statt immer weiter zu versuchen, mit alleweil abenteuerlicher anmutenden Ausflüchten und ich-zeig-mich-jetzt-einfach-nicht-dann-wird-das-schon-vorübergehen sich aus dem Schlamassel zu verdrücken, die wird sich wohl nie mehr vor das Angesicht der Bevölkerung trauen dürfen. Vielleicht, es ist nicht auszuschließen, fasst die Bevölkerung ja doch wieder Vertrauen in die „betroffenen“ Politiker, aber: Dieses Vertrauen wird ihnen wohl nicht (mehr) so ohne weiteres geschenkt werden. Das ist ja übrigens auch wieder etwas, das uns schon recht deutlich zeigt, wie „italienisch“ wir doch letztlich schon längst sind: Dass nämlich ein Mensch allen Ernstes glauben und sogar damit rechnen kann, dass er schon morgen, spätestens aber übermorgen, zum „Business as usual“ wird zurück kehren können, und einfach weitermachen wie bisher, als sei da nie was gewesen.

Das nächste, was ich vermisse, ist ein kraftvoller Landeshauptmann. Denn es reicht nicht (mehr), zu erklären, dass die Sache mit den Rentenvorschüssen jetzt erledigt sei, und die Vorschüsse zurück gezahlt würden. Wie soll, das muss mir mal einer erklären, ein Landeshauptmann – und sei er noch so unbesudelt – glaubwürdig arbeiten und erneuern, wenn mehr als die Hälfte der Mitglieder seiner Regierung unglaubwürdig ist? Das ist schlicht und einfach unmöglich, inwiefern es mir auch gänzlich unverständlich ist, dass A. Kompatscher alleweil und immer wieder wenig mehr sagt als „ich habe mit der Sache nichts zu tun“. Denn das ist ganz einfach nicht wahr: Er HAT damit zu tun, als Landeshauptmann, und sei es nur insofern, als auch er an den Folgen zu tragen haben wird, schuldig oder unschuldig spielt da überhaupt keine Rolle. Da hat mir der junge P. Achammer neulich bei Pro & Contra schon besser gefallen, als er sagte, er habe mit der ganzen Sache persönlich nichts zu tun, sehe sich aber nichtsdestotrotz AUCH in der Verantwortung, und er stehe dazu. Wenn der junge Mann nicht nur Phrasen gedroschen hat, wenn er meint, was er sagt, dann dürfte ihm eine stattliche Karriere bevorstehen.

Wie gesagt, aus einem Funken ist ein Feuerchen ist ein Feuer geworden – und es kann nicht dem Feuer angelastet werden, wenn es zum Brand wird, weil niemand rechtzeitig daran gedacht hat – oder dazu imstande war – zu löschen.

Angesichts dieser ZuUmstände wundert es mich kein bisschen, dass am Horizont auch schon erste Meldungen auftauchen über eine neue Partei, die sich im Hintergrund formiert und darauf lauert, wie Phönix aus der Asche zu steigen, um zu übernehmen, was der herrenlose Mob vom herrenlosen Haufen übrig gelassen haben wird.

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