Freies Geläut

Man stelle sich einmal vor:

„Der Kölner Kardinal Woelki lässt am Freitagabend von den Kirchtürmen seiner Diözese die Glocken tönen; für jeden toten Flüchtling im Mittelmeer ein Schlag – als Mahnung, als Zeichen, als Aufforderung an die Politiker, „einen legalen Weg für Flüchtlinge nach Europa“ zu schaffen“.

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Ich weiß es nicht, und also frage ich (mich)

Es geht in jüngster Zeit, in der ich-nenn-sie-mal „Südtiroler Flüchtlingsfrage“ eine kleine Polemik durch die Reihen der Helfer*innen und Helfershelfer*innen: Nichts oder jedenfalls nur sehr wenig sei, wie es sein müsse, die Äpfel gingen aus, und überhaupt: Die Provinz sei doch zuständig, und nicht die Freiwilligen bzw. die „Zivilbevölkerung“. (mehr …)

(Mehr) Männer in die Kitas!

Die FAZ (online) berichtete gestern: „Kaum Männer arbeiten in Kitas“. Und je weiter sich die deutschen Lande gen Süden ausdehnen, desto weniger Männer können sich – scheinbar – für den Beruf des Erziehers erwärmen. Die Bayern sind die letzten in dieser Rangfolge. Das ist interessant, finde ich, insbesondere im Gedenken an den jüngst in den Medien heftig diskutierten „Fensterln“-Zwischenfall. (mehr …)

Grenzen, mit Willkür, Unrecht und überhaupt: Ich hab‘ da mal ’ne Frage.

Ja, es wäre SEHR spannend, heute schon zu wissen, was die Geschichtsbücher dereinst, in zwei- oder drei- oder vierhundert Jahren, über die Geschehnisse unsere Tage erzählen werden, was die Studenten diskutieren, und was die Professoren lehren werden. Ich fürchte, das Bild, das wir als „zivilisierte“ Gesellschaft abgeben werden, ist nicht das Beste: Wie wird beispielsweise die Tatsache erzählt werden, dass viele, viele Tausende Menschen armselige, unwürdige und einsame Tode sterben mussten, im Mittelmeer und vor den Toren des (reichen!) Europa, bevor dieses Europa – seine höheren und höchsten Chargen – sich dazu herab ließ, einmal aufzuschauen, und kurz hinzusehen?

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Zwei Worte noch, und ein paar Gedanken, zum Equal Pay Day

Es war neulich wieder „Equal Pay Day“, oder auch „Internationaler Aktionstag für Entgeltgleichheit für Männer und Frauen“, oder auch: Ein Tag im Jahr und im Leben vieler Menschen, an dem auf geschlechterbedingte Lücke/n zwischen Gehältern aufmerksam gemacht werden soll. Überflüssig zu sagen, auf welcher Seite die Lücken klaffen. Es war übrigens auch der Internationale Tag des Glücks. (mehr …)

Von der Freiheit und Anonymen, mit Folgen (ein Versuch)

Die NSTZ hatte vor ein paar Tagen berichtet, dass ein Internetmagazin namens „Tablet“ das Kommentieren seiner Beiträge nur noch „zahlenden Kunden“ ermöglichen wolle. Dieser doch recht ungewöhnliche Schritt – im Netz, der vorwiegend-immer-noch-Gratiskultur – wird folgendermaßen erklärt:

(…) ist dieser Vorstoß besser, als wenn man alle Kommentare unterbindet, wie es manche Medien inzwischen tun. Bei „Tablet“ soll die Gebühr nun für eine Art „Zivilisierung” der Diskussion sorgen und „viele, wenn nicht die meisten der übelsten Missetäter ausschalten“.

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Die Wirtschaft!

credits: Andreas Colli, BM Kastelruth
credits: Andreas Colli, BM Kastelruth

Der Bürgermeister der Gemeinde, der ich qua Geburt angehöre, hat gestern oder vorgestern in seiner Facebook-Timeline dieses Bild geteilt, mit seinen Followern und der mehr oder minder interessierten Öffentlichkeit. Ich hoffe, er wird es mir nachsehen, dass ich mir das Foto hiermit quasi einverleibe, ungefragt, denn es ist ein ungeheuer starkes Bild, das ich nicht „einfach so“ an mir vorüber ziehen lassen kann. (mehr …)

Was bleibt

(Diesen Text hatte ich ursprünglich auf „salto.bz“ veröffentlicht.)

Verloren steht die Tüte im leeren Wartesaal des Bahnhofs am Brenner. Die, die sie hier abgestellt hatten, sind plötzlich verschwunden und jetzt vielleicht auf dem Weg nach Norden. Sehr wahrscheinlich ist es nicht. Nur noch wenige Stunden, dann wären sie am Ziel ihrer „Reise“, die ein Jahr und vier Monate gedauert hat. Ein Jahr und vier Monate: Eritrea, Sudan, Libyen, Italien, Brenner. (mehr …)

(Ich will keine Wutbürgerin sein)

Um direkt mit der Tür ins Haus zu fallen, und es durch eine Hintertür wieder zu verlassen: Das so genannte „Wutbürgertum“ und alles, was darum herum und darauf auf-gebaut wird und werden soll, macht mir ein bisschen Angst. Ich weiß, ich stehe mit dieser Angst eher allein da – sie ist aber  da und lässt sich kein bisschen weg reden oder -wünschen. Zwar weiß ich aus persönlicher Erfahrung: Wut und Zorn sind ein erstklassiger und ziemlich potenter Motor, aber sie müssen auf klein(st)er Flamme köcheln bzw. in etwas Konstruktives münden und umgeleitet werden. Anderenfalls ist die Gefahr groß, dass sie blind machen und ihre Wirkung rein zerstörerisch ist. Oder vielleicht so: Wut ist ein erstklassiger Initialzünder – mehr sollte sie aber nicht sein (dürfen), denn: Auf (aus) Wut allein lässt sich nicht(s) bauen. (mehr …)