Welterbe (was wir davon haben)

Es ist schon länger her, als ich zum ersten Mal mit dem Titel „Welterbe“ konfrontiert worden war, den die UNESCO seit 1972 an weltbedeutende Stätten vergibt. Es gibt übrigens im Netz eine sehr interessante Liste über alle Welterbe-Stätten und eigentlich denke ich, sollte diese Liste an den Schulen dieser Erde gelehrt werden, damit in der Menschheit, die dieses Erbe zu verwalten hat, möglichst früh ein Gespür dafür entwickelt wird, und dazu der nötige Respekt mit, vielleicht, ein wenig Demut. (mehr …)

Erlebnishaus, Erlebniskauf

Dieser Rummel um ein Bozner ERLEBNISkaufhaus schlägt mir langsam aufs Gemüt. Schon interessant, wie die Südtiroler Herzen nach rückwärts schlagen, denn während die Welt darüber nachdenkt, wie der längst aus jeglicher gesunden Bahn geratene Konsumdrang und Konsumzwang zu reduzieren und in gesündere Bahnen zu lenken sei und gelenkt werden könnte, in dieser Zeit also streitet man sich in unserer Landeshauptstadt darüber, ob und wem man ein weiteres Einkaufsmekka und wie genehmigen kann. (mehr …)

Die zwei Seiten der Eva Klotz

Ich hatte neulich wieder einmal Gelegenheit, Eva Klotz zu beobachten, ich glaube, in einem Themen-Duell im TV, und war – wie fast immer – am Ende ratlos, weil diese Frau in mir stets zwei einander aufs heftigste widerstrebende Gefühle auslöst: Auf der einen Seite Ärger und Widerwillen, weil ich ihre Reden um „Südtirol ist nicht Italien“, „so lange wir bei diesem Staat Italien sind“ usw. usf. einfach nur kindisch, aus der Zeit gefallen, unpassend und zerstörerisch finde. Ich fühle mich davon kein bisschen angesprochen, und würde mich gern fremdschämen dafür. (mehr …)

„Nationalismus hat viele Masken“

Ich habe keine Ahnung, warum ich gestern diesen Text auf www.zeit.de geöffnet habe, im Gegensatz zu vielen anderen, die sich mit den Nachwehen der Europawahl beschäftigen. Tatsache ist aber, dass ich mit nichts Besonderem gerechnet hatte, am allerwenigsten damit, dass er mein übles Bauchgrimmen in Sachen Separation, Sezession und allem, was damit zusammen hängt, rechtfertigen würde. (mehr …)

Die Alpen? Sind Sache der Schützen!

Ich habe mir heute mal wieder Zeit genommen, im Tagblatt der Südtiroler zu blättern, und konnte nicht anders, als auf eine leuchtend bunt und großzügig aufgemachte Doppelseite aufmerksam zu werden: Die Schützen! haben so viel Aufmerksamkeit anscheinend verdient. Sogar ich kam nicht daran vorbei, genauer hinzuschauen, trotz der Tatsache, dass mich das Tun oder Nicht-Tun der Schützen in etwa so sehr interessiert wie die Wettervorschau für den 29. September nächsten Jahres. Endgültig in Beschlag genommen wurde meine Aufmerksamkeit aber vom Titel,  den die Redaktion über die Bilder gesetzt hatte, und der da lautete: „Die Herzen in der Alpenregion schlagen im selben Takt.“ (mehr …)

Neue Grenzen, andere Grenzen

Es gibt keine Grenzen, die auch nur einem einzigen Menschen in all seinen Facetten, seinen Lebensentwürfen und seinen vielfältigen Anforderungen an das Leben gerecht werden könnte. Jede Grenze, wenn sie von Menschenhand nach den „klassischen“ Kriterien gezogen wurde, kann gar nicht anders als einerseits ausschließen, und andererseits eingrenzen. Das liegt in der Natur der Grenze. Es ist also völlig illusorisch, sich und anderen einreden zu wollen, es ließen sich solche oder andere Grenzen ausfindig machen, die alle Menschen, die drinnen und die draußen, glücklich oder auch nur zufrieden machen. (mehr …)

Grenzenlos (am Beispiel „Europaregion Dolomiten“)

Es war ein Kommentar, ich kann ihn leider nicht wiederfinden, eines Users unter einem Text, den ich leider auch nicht wiederfinden kann, der die Sache mit den „Fließenden Grenzen“ in meinem Kopf in Bewegung setzte. Ich erinnere mich, dass der Kommentator ein wenig verbittert und sehr frustriert, so schien es mir, davon berichtete, dass ja schließlich (ich glaube) fast 75 Prozent der Dolomiten, mit denen Südtirol sich international brüstet und hervortun will, zu Belluno gehören, dass aber just dieses Belluno von Südtirol mehr oder minder gesnobt wird. (mehr …)

Grenzenlos (die Vorgeschichte)

Es wird hier bei uns sehr viel oder, um genauer zu sein, für meine Begriffe viel zu viel über Grenzen diskutiert. Hauptsächlich „diskutieren“ die, denen die (ehemalige) Brenner-Grenze immer noch ein Dorn im Auge oder eigentlich in der Seele ist und zwar ungeachtet der Tatsache, dass der Dorn längst vom Zahn der Zeit zernagt und die Wunde, die er in manchen Seelen gerissen haben mag, längst verheilt sein sollte. Besonders interessant finde ich übrigens die Tatsache, dass auffallend viele junge Menschen nicht damit klar zu kommen scheinen, dass Südtirol zu Italien gehört und das trotz der Tatsache, dass sie es nie anders erlebt haben (das „andere“, das nicht-italienische Südtirol kennen sie allenfalls aus Erzählungen ihrer Großeltern).

Das Ergebnis dieses Südtiroler Ur-Schmerzes ist, dass hierzulande immer noch über Sezession und Separation fantasiert wird. (mehr …)

Von der Seligkeit im Fußgewand

Meine Tochter ist, im Gegensatz zu mir, eine „Potschn“-Trägerin  und –liebhaberin. Ich konnte mich mit Hausschuhen nie recht anfreunden, sie kamen mir immer fürchterlich spießig und bieder vor. Hausschuhe. Das einzige Paar, das ich mir kaufte und an das ich mich mit wehem Herzen erinnere – sie haben sich längst in Luft aufgelöst -, war ein Paar originaler Ugg-Boots aus Australien, zu einer Zeit, als die noch kein Mensch trug. Sie waren herrlich warm und hatten sehr wenig bis gar nichts von einem „Hausschuh“. Vielleicht war die Gummisohle dran Schuld. (mehr …)

Von Auswanderern, den eigenen und anderen

Auf facebook bin ich heute auf ein kleines YouTube-Video aufmerksam geworden, einen Film über unsere Trentiner Schwestern und Brüder, die im vorletzten Jahrhundert nach Brasilien ausgewandert waren, ein paar beeindruckende Bilder übrigens, die sich über die Gezeiten des Lebens gerettet haben. Wir alle kennen diese Geschichten, nicht wahr, und wir kennen die traurigen Gründe, aus denen diese vielen Menschen ihre Heimat verlassen mussten. Diese armen Teufel waren keineswegs Abenteurer, und es waren auch nicht Fernweh oder die Neugier auf andere Kulturen, die sie von zu Hause fort trieben, sondern die schiere Not, der Hunger, und wahrscheinlich ein Fünkchen Hoffnung auf ein besseres Leben. (mehr …)