Mehr Entscheidungsmacht dem Volke! (Oder doch besser nicht?)

Das war mal wieder interessant: Der „Presseclub“ bei Phoenix zum Thema TTIP, ein sehr interessantes Gespräch, finde ich, und verlinke das Video dazu. Hinhören lohnt sich.

TTIP bewegt mich, aber – ich geb’s ja zu – sehr viel weniger wegen seiner selbst, als vielmehr, weil die Diskussion darüber so klar und deutlich aufzeigt, in welch überaus komplexer Welt wir leben, und dass es für ganz normale Bürger fast unmöglich ist, sich zu den großen Themen unserer Zeit eine fundierte, ausgewogene Meinung zu bilden. Nichtsdestotrotz habe ich, seit TTIP die Wogen hochkochen lässt, eine Vielzahl von Online-„Petitionen“ erhalten, und von ungezählten Protestaktionen gelesen, und frage mich: Weiß die Mehrheit der Unterzeichner und Protestierer denn überhaupt, was sie unterschreibt, und wogegen sie protestiert? (mehr …)

Bedingungsloses Grundeinkommen, die Zweite

Ich lief heute im Walde so für mich hin, und nichts zu denken, das war mein Sinn… aber da kam mir, wie’s der Teufel haben will, ein Artikel aus „brandeins“ in die Quere, dem ich just vor meinem Aus-dem-Hause-Treten begegnet war. Das wiederum hatte zur Folge, dass meine Gedanken sich weiter hangelten – da war ja nichts, das sie hätte festhalten können, ich war mit Laufen beschäftigt – zu einer Aussage, die ein Bekannter einmal getätigt hatte, vor Zeiten, nämlich dass „brandeins“ immer wieder mal für einen guten Artikel in Sachen Grundeinkommen gut ist. Ich halte ja sehr viel von www.brandeins.de und nicht nur, weil es – ein seriöses, anerkanntes und (gewissermaßen, ein bisschen)  Mainstream-, aber jedenfalls Wirtschaftsmagazin – auch zum Bedingungslosen Grundeinkommen spricht, und gar nicht selten. Das ist ungewöhnlich, und ungewöhnlich ist immer gut. (mehr …)

Und keineR sagt was.

Mehr als 5.000 Kommentare in weniger als 24 Stunden für ein Post auf Facebook. Unfassbar genug. So viel Aufmerksamkeit und so viel Zeit – wofür?  Für nicht mehr und nicht weniger als einen Brief, den die Grünen Frauen Wiens an einen Herrn Gabalier geschrieben hatten. Dieser Herr Gabalier, ein österreichischer Volksmusiksänger con tanto di Trachtenjanker samt Wamserl – bis dato nie gehört oder gesehen, das Bürschl -, hatte scheint’s bei einer öffentlichen Veranstaltung die österreichische Bundeshymne gesungen, mit falschem Text. Das ist peinlich genug, wäre aber kaum der Rede wert, weil ein Mensch mit auch nur wenig Format eine solche Dummheit nie begangen hätte. Deswegen ist das Fettnäpfchen des A. Gabalier aber noch keineswegs „lässlich“, so viel Freiheit, denke ich, muss sein, dass jede für sich selbst entscheiden kann, was für sie lässlich ist und was nicht (es geht ja auch, immerhin, um eine Nationalhymne). (mehr …)

Postgender, oder: Feigenblatt für Chauvinisten?

Nachdem ich also neulich in Eva Klotz gewissermaßen ein schönes Beispiel sah, davon, wie eine Postgender-Gesellschaft aussehen und funktionieren könnte – bei Frau Klotz scheinen tatsächlich die Geschlechterthematiken und -problematiken überwunden, denn sie ist was sie ist und also schicht eine Mensch, die weiß, wovon sie spricht – stieß ich gestern via www.diestandard.at auf einen Artikel, der just zu diesem Thema arbeitete und – ich geb’s gerne zu – dieser Artikel made my day. (mehr …)

Von der Schwierigkeit, Jungs zu gewinnen

Ich wollte eigentlich damit anfangen, zu erzählen, was mich an bzw. in diesem Text („Nicht auf den Schoß nehmen“, Süddeutsche Zeitung Magazin) heute stutzig gemacht hat. Aber jetzt fange ich doch lieber beim Umfeld an – denn das ist auch recht interessant und verleitet zum Nachdenken, über Dinge und Situationen, die ziemlich neu sind und also teils recht heftiger Denk-Umkehrschwünge bedürfen. (mehr …)

À propos „Familie“

Das gehört hier jetzt zwar nicht im strengen Sinne zu „Frauensachen“, aber ich schlage vor, wir sehen das jetzt mal ein bisschen locker, und also hier und heute, was mich (auch) schon seit einem Weilchen beschäftigt. Außerdem ist, was ich hier sagen möchte, doch eher eng verwandt mit meinem letzten Beitrag (Die Frau? Bloß nicht zu unabhängig), weshalb ich die „Bombe“, um die es hier geht, nicht länger mit mir herumtragen und sie in unsere kleine und vielleicht ein bisschen enge Welt entlassen will (mal schauen, was passiert). Es geht um einen  Zeitungsartikel, der aus der (eher konservativen, wenn ich recht informiert bin) Schweiz kommt, und dort von der (eher konservativen, wenn ich recht informiert bin) NZZ oder auch „Neue Zürcher Zeitung“. (mehr …)

Die Frau? Bloß nicht zu unabhängig!

Darüber grüble ich jetzt schon ein ganzes Weilchen: Eine Bekannte hatte mir davon erzählt, wie ihre (ich glaube) zwölfjährige Nichte vor einem besonders schönen Teilchen im Schaufenster eines Juweliers folgenden Satz tat: „Da werde ich aber einen SEHR reichen Mann heiraten müssen, wenn ich je so etwas Schönes besitzen will“. So gesagt und geschehen im Jahre 2014. (mehr …)

La partita femminista: Bitte! Bunt!

Ich habe neulich zum ersten Mal davon gehört: Es gibt in Schweden eine feministische Partei, und die hat, man höre und staune, bei den Europawahlen etwas mehr als fünf Prozent „abgestaubt“. Die Schweden sind uns ja in vielen Dingen voraus, sie scheinen – im Vergleich zu uns – eine recht fortgeschrittene Gesellschaft zu sein. Jedenfalls ist die von der Feministischen Partei und ihrem stolzen Wahlergebnis doch mal eine gute Nachricht, finde ich,  in einer Welt, die nicht nur optisch von Krawatten und grauen Anzügen dominiert wird, und habe mir anschließend noch gleich mitgedacht, dass wir hier so etwas ja vielleicht auch ganz gut gebrauchen könnten. (mehr …)

Grenzenlos (die Vorgeschichte)

Es wird hier bei uns sehr viel oder, um genauer zu sein, für meine Begriffe viel zu viel über Grenzen diskutiert. Hauptsächlich „diskutieren“ die, denen die (ehemalige) Brenner-Grenze immer noch ein Dorn im Auge oder eigentlich in der Seele ist und zwar ungeachtet der Tatsache, dass der Dorn längst vom Zahn der Zeit zernagt und die Wunde, die er in manchen Seelen gerissen haben mag, längst verheilt sein sollte. Besonders interessant finde ich übrigens die Tatsache, dass auffallend viele junge Menschen nicht damit klar zu kommen scheinen, dass Südtirol zu Italien gehört und das trotz der Tatsache, dass sie es nie anders erlebt haben (das „andere“, das nicht-italienische Südtirol kennen sie allenfalls aus Erzählungen ihrer Großeltern).

Das Ergebnis dieses Südtiroler Ur-Schmerzes ist, dass hierzulande immer noch über Sezession und Separation fantasiert wird. (mehr …)

Ungeat’s di?

„The games have always been a little gay“, sagt Canada. Das ist es, was mir an den Olympischen Winterspielen in Sotchi besonders gut gefallen hat: Dieser „stille“ und teils sehr humorvolle – so empfand ich das jedenfalls, niemals aufdringlich, dafür umso eindringlicher – Protest, hervorragend umgesetzt (auch) in diesem Video der kanadischen Regierung (!). Schön gemacht! gut gemacht!