Eine Szene. Und Schnitt.

Eine Szene in dem ARTE-Film „Endstation Sonderflug“, den ich hier herein verlinkt habe, hat mir eine Episode aus meinen jüngeren Jahren in Erinnerung gerufen, und ihr eine neue Bedeutung gegeben, aber vielleicht habe ich ihre Bedeutung ja auch erst jetzt vollumfänglich, wie das so schön heißt, erfasst. Es ist lange her, ich muss Anfang 20 gewesen sein und hatte – über eine Anzeige im Tagblatt der Südtiroler, ja wirklich – auf einem Schiff angeheuert, als Receptionistin. Wir hier, wir Südtiroler, hatten ja damals in internationalen und vor allem touristischen Belangen einen gewissen Bonus und Marktvorteil, anderen,  nichtsüdtirolerischen Bewerberinnen gegenüber. Ich glaube aber, dieser Bonus hat in diesen letzten Jahren und Jahrzehnten ein bisschen an Bedeutung verloren, aber vielleicht haben ja auch nur die Mitbewerber aufgerüstet. (mehr …)

Was wir Demokratie nennen

Eigentlich fehlen mir die Worte. Der Film sei bewegend, habe ich gelesen, und ja, er IST bewegend. Aber in Wahrheit ist er verstörend, ich empfinde ihn als zutiefst verstörend, den Film als Ganzes, nicht einzelne Szenen, von denen einige mir Tränen in die Augen gedrückt und andere mein Herz festgehalten haben, im Schrecken, und die eine Frage, die sich angeschlichen und mich nicht mehr losgelassen hat: Warum schämen wir uns eigentlich nicht?

Warum schämen wir uns nicht, als Gesellschaft, als Ganzes? (mehr …)

Gewalt (an Frauen)? Ist Männersache!

What a man! Wahrhaftig, die Welt wäre besser dran, wenn sie mehr von seiner Sorte hervorbrächte. Derweil bemüht manN sich aber im kultivierten Europa immer noch – vielleicht aber auch wieder, was durchaus schlimmer wäre – darum, das Problem der Gewalt an Frauen klein zu reden, manche gar, die Aufmerksamkeit davon weg und zu weiblicher Gewalt an Männern (die es zweifelsohne auch gibt, denn es gibt ja nichts, was es nicht gibt) hin zu bringen. Ich halte nichts von Gewalt, von keiner Form von Gewalt, aber als ich klein war und auch noch, als ich schon größer war, galt das ungeschriebene Gesetz, dass Gewalt ein No Go ist, dass aber Gewalt eines körperlich Überlegenen an einem körperlich Schwächeren ein NO NO GO ist. In diesem Sinne möchte ich hier gern mein erstes Ausrufezeichen setzen, in Sachen männlicher Gewalt an Frauen, und umgekehrt. (mehr …)

Der Lohn der Politiker

Also, die Sache mit der Entlohnung der Politiker ist ja recht komplex, ich für mein Teil kann sie schon gar nicht mehr hören, diese Debatte samt Gefolgschaft. Heute aber ist in der Südtiroler TAZ (dass mir die ja nicht verwechselt werde – hätte eigentlich gern „verwexelt“ geschrieben, hätte ich das gedurft? – mit der anderen, der richtigen „taz“) ein Artikel erschienen, der davon berichtet, wie viel die Politiker im vergleichbaren, also deutschsprachigen, Ausland verdienen. In den Kommentaren wurde dann, wie üblich, alles gerade gebogen. (mehr …)

Von Banken und Innovationswilligen

Die Frau – eine schöne Frau, in den besten Jahren, sehr gepflegt und offensichtlich erfolgreich, was halt landläufig darunter verstanden wird, nicht wahr – sah ziemlich ratlos aus, und ein bisschen verletzt, wie sie dasaß, den Kopf schüttelte, ihre Hände in einer fragenden Bewegung gen Himmel öffnete und in die Runde erzählte, wie sie bis nach Rom gefahren war, um sämtliche Genehmigungen und Erlaubnisse zusammen zu bekommen, für ihr neues (innovatives) Unternehmen, und sie verstehe heute noch nicht, wie die von der Bank wissen wollten, dass das nichts werden würde, mit ihrer Geschäftsidee, und die Finanzierung versagten. So wurde auch tatsächlich nichts daraus, und bestätigte sich einmal mehr die alte Wahrheit, dass Banken nur denen geben, die schon haben, im vielfachen Sinne, aber letzteres ist, zugegeben, nur so eine Idee von mir. (mehr …)

#UrSchrei!

Der Text, in dem ich nachfolgenden, denkwürdigen Satz fand, ist selbst absolut belanglos, wirklich nicht der Rede wert, aber er birgt einen bedeutsamen Satz, und der geht so:

„Natürlich bin ich Feministin“, sagte Clinton, wohingegen von der Leyen sich zurückhaltend zeigte, unsicher, ob man mit einem solchen Bekenntnis in Deutschland Wahlen gewinnen kann.“

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Also bitte! Diese #Aufschreie(r)!

Was soll ich zu diesem #Aufschreier sagen? Keine Ahnung, aber spontan würde meinen Gehirnwindungen gern ein „dumme Gans die Ärmste“ entschlüpfen, ich tue mich schwer, es zurückzuhalten, aber so arg wird’s schon nicht sein, hoffe ich halt. Was soll das denn jetzt sein? Cool? Modern? Jung? Es ist nichts von alledem, natürlich nicht, es ist einfach nur traurig, und ein – ich vermute mal – Indiz dafür, dass das Leben der Autorin bisher sehr glatt und jedenfalls schnurgerade verlaufen ist, dass sie sich nie durchsetzen und behaupten musste, in jenem Teil der Welt, der nach wie vor von unseren männlichen Mit-Gesellschaftern geprägt bis bestimmt bis dominiert wird. Ich wünsche Dagmar Rosenfeld, dass das so bleiben möge. Vielleicht ist sie ja aber auch nur eine eher angepasste Persönlichkeit, eine, der es nichts ausmacht, sich zu fügen, und fremdbestimmt zu werden. Aber vielleicht merkt sie’s ja auch nur nicht. Für sie, die Journalistin, setze ich hier mal einen Link zu vielen ihrer Kolleginnen, der zwar ein bisschen off Topic ist, der Link, meine ich, aber sie doch sehr schön beschreibt, die Welt, in der auch Dagmar Rosenfeld sich bewegt, was ihr aber, wie gesagt, bisher auch (nur) entgangen sein könnte. Und nein, die Sprache allein wird an den Missverhältnissen nicht groß etwas ändern, aber sie kann helfen, denn jedenfalls besteht jedes große Ganze aus vielen kleinen Teilen. (mehr …)

Lasst sie doch!

Das war ziemlich peinlich gestern Abend, in den Nachrichten, wie der Herr Braitenberg die Frau Artioli auseinander genommen hat – das gehört sich nicht, für einen Moderator einer öffentlich-rechtlichen Nachrichtensendung. Gerade vom Herrn Braitenberg, der ja sonst eher der feinere, intellektuell-elegante Typ ist, hätte ich mir einen derartigen Fauxpas nicht erwartet. Die Frau Artioli, muss ich sagen, hat sich eh recht elegant und ziemlich professionell bewegt, auf dem eingeseiften Parkett, und stand am Ende jedenfalls besser da als der Moderator, auch wenn er’s wahrscheinlich anders empfunden hat. (mehr …)

Friede, Freude, Straßennamen (und ein bisschen Geschichte)

Tatsächlich – ich habe nachgesehen: In ganz Bozen gibt es keinen Platz, keine Straße, keine Passage und keinen Winkel, der oder die das schöne Wort „Frieden“ in ihrem Namen trüge. Das ist schon ziemlich bemerkenswert, finde ich, in Anbetracht der Geschichte und Entwicklung unserer schönen Heimat, wie gut also, dass es ihm aufgefallen ist, dem Herrn Stenico, und er darauf aufmerksam gemacht hat. Bleibt zu hoffen, dass sein Ausrufezeichen die Aufmerksamkeit findet, die es verdient. (mehr …)

Die Geldangelegenheiten der Volksvertreter

Ehrlich gesagt, ich persönlich finde es einfach nur noch ärgerlich, es nervt, und zwar heftig, a) dass und b) wie alle unsere Medien seit Monaten nur noch von den Geldangelegenheiten der Politiker, der jetzigen und der einstigen, reden. Ich habe, ich geb’s ja zu, keine Ahnung, wie viel eine Politikerin und warum verdienen kann, wie viel sie verdienen soll und wie viel sie verdienen darf. Es interessiert mich auch nicht sonderlich – sehr wohl aber interessiert mich, woran die Volksvertreter arbeiten, wie sie daran arbeiten, welche Erfolge sie erzielen, wer davon profitiert und warum. (mehr …)