Heer mit Familie? Oder gar kein Heer?

„Da cosa nasce cosa“, wie’s bei uns so schön heißt, und also habe ich auf meinen gestrigen Beitrag über die Verweiblichung der deutschen Bundeswehr bzw. die Intention der deutschen Verteidigungsministerin, letzteres familienfreundlich/er zu gestalten, ein paar Reaktionen bekommen, die mich beschäftigen. Da war zum einen der Tipp zu einem Buch, nach dem ich – wie auch nicht – sofort suchte, und es u. a. als Hörbuch auf YouTube fand (Hörbuch ist über die Maßen praktisch!). Ich stelle es hier ein, weil ich sehr viel weniger eine Anleitung zum Krieg heraushöre, sondern vielmehr, dass der beste Krieg immer noch der ist, der vermieden wird, und dass Krieg keineswegs die „Fortsetzung der Diplomatie mit anderen Mitteln ist“.

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Das Heer, familientauglich

Darauf kann wohl nur eine Frau kommen: Die urmännliche Domäne „Bundeswehr“ familienfreundlich – jawoll! – umgestalten zu wollen, und zwar recht konsequent, inklusive Kinderbetreuung in den Kasernen. Zwar kann ich mir nicht wirklich vorstellen, wie kinderfreundlich so eine Kasernenatmosphäre wohl sein kann, aber ich denke, auch daran ließe sich arbeiten, in Folge, und profitieren würden wohl alle davon, von Kasernen, die auch in Kinderaugen als angenehmer Ort bestehen können. Jedenfalls habe ich erst Mal kräftig gestutzt, als mich heute früh auf ZEIT ONLINE dieser Titel geradezu ansprang:

Von der Leyen will familienfreundliche Bundeswehr

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(Nicht mehr) Nur mittelalte (weiße) Männer

Während hier bei uns im reichen Lande immer noch – scheint’s – eine satte Mehrheit der Männer glaubt, ein nackter Frauenhintern als Köder für eine Pizzeria (um nur das aktuellste Beispiel zu nennen) sei sexy oder gar erotisch oder gar à la Helmut Newton (jede Wette, der Mann würde in seinem Grab rotieren, wenn er wüsste, was hierzulande mit ihm auf einen Nenner gebracht werden will), derweil aber ein nackter Frauenhintern in dem Kontext, in den die feuchten Träume ewig pubertierender Männer ihn setzen, einfach nur blöd ist, derweil also kommen draußen in der großen und manchmal ein bisschen weiten Welt selbst althergebrachte Männer althergebrachter Parteien zur Erkenntnis, dass: Die Welt weiblicher werden muss, eine Erkenntnis, die sich übrigens auch positiv auswirken dürfte auf das Alt“herren“-Sexismus-Phänomen. (mehr …)

Ja! Ja! Ja!

Ja wirklich – schon klar, dass ein halbnackter Jung-Frauen-Hintern sagenhaft viel zu tun hat mit a) Pizzaservice und b) gutem Zweck. Und ja, höchste Zeit, dass von offizieller Seite gegen diese sexistische, allemal unwürdige und jedenfalls dümmliche Art der „Werbung“  vorgegangen wird – schade nur, dass der Gleichstellungschefin Frau Oberhammer die Hände doch ein bisschen sehr gebunden sind und sie nicht viel mehr tun kann, als zu einem Boykott aufrufen und auf die Unterstützung der Medien zu hoffen (!).

À propos Medien: Eine permanente Black-List in den wichtigsten Zeitungen und Zeitschriften – das wäre doch ein großer Schritt.

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Wertschätzung

Also, neulich hörte ich einem Grüppchen Menschen bei einer Diskussion zu, es ging in ihrem Gespräch um die Eintragung in das Verzeichnis der Publizistinnen. Ein Journalist, der selbst in hoher Funktion bei der entsprechenden Kammer tätig gewesen war, berichtete, man habe sich dort darauf geeinigt, dass es für die Eintragung nicht reichen solle, über einen bestimmten Zeitraum hinweg und kontinuierlich journalistisch tätig zu sein, sondern dass diese Tätigkeit auch bezahlt werden müsse, um als solche anerkannt zu werden. Denn, so sprach der Herr, durch Bezahlung erst werde Wertschätzung zum Ausdruck gebracht, und Wertschätzung sei wichtig.

Im ersten Moment fand ich das einfach nur befremdlich, weil ja schließlich die Tatsache, so denke ich, dass eine Arbeit bezahlt wird, für sich allein noch längst nichts aussagt über deren Qualität. Ich z. B. könnte aus dem Stand eine ganze Reihe „journalistischer (aber beileibe nicht nur solche!) Arbeiten“ aufzählen, die zwar bezahlt, dessen ungeachtet aber von niedrigster oder überhaupt gar keiner Qualität sind. Umgekehrt geht auch. (mehr …)

KleptomanInnen bei NSTZ

Das nun finde ich interessant: Die Tageszeitung – ja, genau, die mit dem schwer wiegenden Übergewicht an ausschließlich weiblicher nackter Haut auf ihren Titelseiten und überhaupt einem eher lustvoll frauenfeindlichen Auftreten auch in Ton und Ausdruck -, befleißigt sich heute in einem Artikel doch tatsächlich geschlechtergerechter Sprache bzw. eines (!) Binnen-I. … hier geht’s weiter

Vom Scheinsieg der Quotengegner

Wusst ich’s doch – jetzt wird der „Triumph“ der Quotengegner auch verschriftlicht, ist somit offiziell, geschniegelt und besiegelt und kann in diesem Artikel auf www.salto.bz nachgelesen werden, inklusive Tabelle, aus der tatsächlich ersichtlich zu werden scheint, dass die Wähler der „Südtiroler Freiheit“ am frauenfreundlichsten entschieden haben; gleich anschließend stehen „Die Freiheitlichen“ auf dem Siegertreppchen derer, die die beste Frauenarbeit geleistet haben, und sogar ohne das zu wollen. Da schau an. (mehr …)

Und immer wieder: Die Quote

Es ist schon faszinierend, wie „Frauenquote“ als Thema immer wieder und immer noch gut ist und jedenfalls für Audience und heftigst strittige Meinungen sorgt. Dabei ist doch die Sache so einfach: Es besteht, ganz ohne Zweifel, ein gesellschaftliches und völlig ungerechtfertigtes Ungleichgewicht zu Ungunsten der Frauen, einerseits; andererseits ist inzwischen Konsens, dass Frauen einen wichtigen und von Männern ob völlig anders gearteter Persönlichkeitsstrukturen nicht leistbaren, gesellschaftlichen Beitrag einbringen können, sollen und wollen. Es dürfte übrigens allseits bekannt und auch bis in Quotengegnerkreise durchgedrungen sein, dass diese Erkenntnis und dieses Verständnis nicht von allein aufblitzten in den Gehirnen derer, die bis dahin das Exklusivrecht auf das so genannte Sagen inne hatten, sondern dass es dafür jahrzehntelange, teils verbitterte und jedenfalls harte Kämpfe brauchte seitens der Frauen, jener zumal, die sich für die Rechte und Gleichberechtigung ihrer – netteren, weniger konflikt- und kampfbegabten, aber vielleicht auch nur gleichgültigeren – Geschlechtsgenossinnen in den Regen stellten und sich für diese Leistungen wenig mehr als Häme, Spott und sogar Verachtung einhandelten (die Früchte, da schau an, dieser Arbeit genießen heute natürlich auch jene, die sich so auffallend verbissen abgrenzen gegenüber den – wie sie’s nennen – „verbissenen“ Quoten- und Frauenrechtlerinnen). Daran hat sich scheint’s wenig geändert, auch, wenn Angelika Margesin gestern Abend nicht anerkennen wollte, dass ihre eigene und die Wahlschlappe ihrer Vorgängerinnen und Mitstreiterinnen bei SVP in erster Linie auf ihr offenes Eintreten für die Quote zurück zu führen sein könnte. (mehr …)

Verbockt, die Frauensache

So richtig schön verbockt, scheint mir, haben die Frauen ihre eigene Sache bei der Landtagswahl. Schade, dass ich nicht die Zeit habe, um Ursachenforschung zu betreiben: Was ist da los, im Jahre 2013, im Lande Südtirol?

Seit der hässlichen Watschn, mit der die Landes-Frauen-Chefin aus der Landes(Frauen)politik gejagt wurde, bin ich am Grübeln, und komme langsam zum Schluss: Südtirols Frauen, mehrheitlich SVP-Frauen, wollen also wohl lieber keine emanzipierten Frauen, die Politik machen statt Trockensträußchen, und sie wollen wohl auch keine Frauen, die fordern, sondern lieber Frauen, die folgen – und zwar den Erwartungen vermutlich ihrer eigenen und überhaupt der Männer. (mehr …)

Schade. Wirklich schade!

Es tut sich was, in Südtirol, in Frauenbelangen. Wurde aber auch Zeit. Die Südtiroler Politik wird weiblich(er) – zumindest im Wahlkampf, ein bisschen. Der Landesbeirat für Chancengleichheit ruft auf zu „Mehr Frauen – Mehr Demokratie“ und lanciert eine starke Kampagne; nur wenige Tage später – richtig, es ist ja Wahlkampf – ruft die SVP-Frauenbewegung die ihren zu einem Abend unter dem Thema „Frauen in Führungspositionen als Mutmacherinnen“ zusammen, im Laufe desselben die SVP-Frauen-Chefin Margesin „rief die anwesenden Frauen dazu auf, sich gegenseitig solidarisch zur Seite zu stehen und Frauen in Führungspositionen zu unterstützen, sei es durch das konsequente Beharren auf der Vertretung der Frauen in allen Positionen, als auch durch das konsequente Wählen von Frauen.“ Gestritten wird dann aber scheinbar und laut Medienberichten darüber, ob „die Frau Plassnik Kinder habe“. (mehr …)