Ja, ich weiß, und ja, schon gut: „Dove“, Werbung, Über-Industrie, Maxi-Konsum, Gift, Dreck, Müll und Ausbeutung.
Trotzdem: Das Video ist gut, seine Botschaft noch besser. Lasst uns darüber nachdenken. Und über uns. Wie wir sind. Wie wir uns sehen.
Ja, ich weiß, und ja, schon gut: „Dove“, Werbung, Über-Industrie, Maxi-Konsum, Gift, Dreck, Müll und Ausbeutung.
Trotzdem: Das Video ist gut, seine Botschaft noch besser. Lasst uns darüber nachdenken. Und über uns. Wie wir sind. Wie wir uns sehen.
Es muss in Fiorenzuola d’Arda gewesen sein, ehrlich gesagt, weiß ich nicht mehr genau, wie wir dahin gekommen sind, aber ich erinnere mich sehr gut daran, wie wir das Städtchen am nächsten Morgen – war es Sonntag? – wieder verließen. Es war noch recht früh, irgendwie glaube ich, war alles grau in grau, und wir hatten Mühe, in den Gässchen und auf unserem Weg aus der Stadt hinaus ein geöffnetes Café zu finden, in dem wir frühstücken konnten. Dann aber landeten wir glücklich an einem Tisch, und wurden kurz darauf gefolgt von drei Männern, ihrem Aussehen nach aus dem nahen oder mittleren Osten gebürtig. Sie setzten sich uns gegenüber, und wirkten insgesamt, als hätten sie ihre Nacht im Freien oder in einem Auto oder jedenfalls an keinem besonders gemütlichen Ort verbracht. Ich hatte ein ungutes Gefühl, ohne dass ich hätte sagen können, warum, aber etwas beunruhigte mich im Verhalten der drei, und in den Blicken, die sie sich zuwarfen. Ich ermahnte mich, zuerst, dass Vorurteile etwas Hässliches sind, und dann aber doch zum Aufbruch. (mehr …)
Ich sehe ja kaum fern. Viele Jahre lang war ich überhaupt ohne TV und sehr glücklich damit. Dann kam meine Tochter in die Schule und ich kramte ein ausrangiertes Gerät vom Dachboden. Ja, so ist das, man hat zwar seine Ideale in Erziehungsbelangen, aber man erzieht seine Kinder ja nicht allein: die so genannte Gesellschaft ist immer mit von der Partie. Ich wollte meine Tochter übrigens auch ohne Barbies durch ihre Kindheit lotsen, was mir auch nicht gelungen ist. Aber ich habe ihr so viele Bücher gekauft, dass Barbie immer Nebensache war. Nun gut. Jedenfalls durfte meine Tochter KIKA sehen (ich auch, hat meist viel Spaß gemacht…), und beide sahen wir hin und wieder ARTE und/oder 3sat. KIKA sehen wir nicht mehr, alles anderes ist geblieben. (mehr …)
Ich will jetzt ja eigentlich nichts Besonderes sagen damit, dass ich diesen kleinen Film hier einstelle. Man hatte mich kürzlich darauf aufmerksam (gemacht), und ich habe mir gedacht, beim Anschauen, da schau her, was alles möglich ist. Besonders beeindruckt hat mich die (geschädigte) Dame, die da spricht: „Das ist eine Bank. Man vertraut denen einfach!“. Ja tatsächlich, ich kann das nachempfinden, die Sache mit dem Vertrauen, denn das war doch immer so, nicht wahr, wenn „die Bank“ das sagt, dann ist das so, und in Ordnung. Und die Leute haben einen Heiden-Respekt vor diesen Bankleuten, die scheinen irgendwie immer noch und trotz allem – schon erstaunlich, nicht wahr – von dem Seriösitäts-Verschwiegenheits-und-Ehrlichkeits-Nimbus, der sie einst umgab, zu profitieren und zu zehren. Leider ist aber davon nichts übrig geblieben, außer eben diese… ja, wie nenne ich das jetzt… Einbildung? Und der Anzug mit Krawatte. (mehr …)
Über Facebook, unerschöpfliche Informations- und Inspirationsquelle, bin ich über einen Artikel zum BGE gestoßen und eine kleine Diskussion über „faule“ Menschen. Es gibt ja keinen Text zum BGE, der ohne faule Menschen auskäme.
Mich hat das nachdenklich gemacht, denn die Frage, was einen Menschen zu „Leistung“ antreibt und/oder ihm die Freude am Schaffen nehmen könnte, beschäftigt mich seit geraumer Zeit. Ich glaube grundsätzlich nicht an „faule“ Menschen – allein schon die Begrifflichkeiten…! „Faul“, das ist doch in erster Linie – ich überlege – ein organischer Körper? in Auflösung begriffen? von Fäulnisbakterien zersetzt? wertlos? Ich habe nach „faul“ gegoogelt, und überrascht gefunden, dass Wikipedia (!), die ja zu allem etwas zu sagen hat, zu „faul“ nichts hergibt, nichts zumal, was landläufig darunter verstanden wird. (mehr …)
Das Binnen-I und Konsorten erschrecken die Welt, die heimische zumal. Wenn’s nicht so traurig wäre, dann wäre es bestimmt spannend und jedenfalls faszinierend, zu beobachten zu studieren zu erforschen, was im Grunde oder in Wahrheit diese Menschen, hauptsächlich aber leider nicht nur Männer, so sehr bewegt und ängstigt an diesem kleinen Buchstaben, der – wenn groß geschrieben – mitten im Wort sich hinstellt und sagt: Schau, (die) Frauen sind auch da!
Vielleicht wär’s diesen Männern und Menschen ja auch in Wahrheit viel lieber, die Frauen wären nicht da, oder zumindest nicht so sichtbar. (mehr …)
Schon vor mehreren Wochen habe ich ein Buch zur Seite gelegt („Diese Dinge geschehen nicht einfach so“, Taiye Selasi), das ich hauptsächlich gekauft hatte, weil es darin um Heimat gehen sollte, zumindest laut ein(ig)er Rezension/en in den größeren Zeitungen, die ich lese. Ich neige dazu, denen zu vertrauen, auch wenn ich das manchmal im Nachhinein eher bereue. Gerade bei Buchempfehlungen habe ich letzthin doch oft den Eindruck, dass sie mehr von den (wirtschaftlichen) Interessen der Verlage bestimmt werden, als vom tatsächlichen Empfinden der ReszensentInnen. (mehr …)
Auf ARTE sah ich neulich diesen kleinen Film hier:
http://www.arte.tv/guide/de/051091-011/x-enius?autoplay=1
Er berichtet über die so genannte „geplante Obsoleszenz“, ein Thema, das seit Kurzem auf der Agenda einiger Zeitungen und Zeitschriften und über sie ein bisschen in die tiefere Gesellschaft vorgedrungen ist. Ich persönlich halte es ja für durchaus glaubwürdig, dass die großen Unternehmen, die, die die Welt beherrschen, es darauf anlegen, dass ihre Produkte frühzeitig unbrauchbar werden. Wie sonst sollten sie auch die Umsätze zu generieren imstande sein, die sie zweifelsohne benötigen, um ihre enormen Strukturen am Leben zu erhalten? Irgendwie müssen die Laufbänder des Konsums ja angetrieben werden, und nur mit Werbung allein ist das wohl nicht (mehr) zu schaffen. (mehr …)
Ich habe mich mal wieder heftig geschämt, gestern, bei den Abend-Nachrichten, als der Herr Stocker (war er es? ich kenne diese Leute nicht so gut) erzählte, wie das Krankenhaus (!) der richtige Ort sei, um Einwanderer, jene ohne Papiere und also ohne „Status“, zur Anzeige zu bringen.
Es ist unerträglich. Dass sich „Politiker“ wie der „Herr“ Pius Leitner (ja, die Anführungszeichen um den Herrn sind bewusst gesetzt, denn ein Herr ist ein Herr, und Pius Leitner ist keiner) und sein Gefolge sich nicht schämen, als Christen, als die sie sich so gern unter die Leute und das Wahlvolk bringen, laut und öffentlich anzuklagen, dass die Kosten für eine sanitäre Erst- und Grundversorgung jener armen Teufel, die aus ihren Heimatländern flüchten (müssen), 100.000 Euro pro Jahr übersteigen. Ich muss aber auch sagen, dass es mich überrascht, zu sehen, welche Aufmerksamkeit diesen und ähnlichen Un-Sagern dieser und ähnlicher Un-Politiker gewidmet wird, von den „großen“ heimatlichen Medien, und wie die keineswegs versuchen, die falschen Töne solcher Statements herauszustreichen. Aber so geht’s wohl, das Stimmung Meinung machen. (mehr …)
Eine Szene in dem ARTE-Film „Endstation Sonderflug“, den ich hier herein verlinkt habe, hat mir eine Episode aus meinen jüngeren Jahren in Erinnerung gerufen, und ihr eine neue Bedeutung gegeben, aber vielleicht habe ich ihre Bedeutung ja auch erst jetzt vollumfänglich, wie das so schön heißt, erfasst. Es ist lange her, ich muss Anfang 20 gewesen sein und hatte – über eine Anzeige im Tagblatt der Südtiroler, ja wirklich – auf einem Schiff angeheuert, als Receptionistin. Wir hier, wir Südtiroler, hatten ja damals in internationalen und vor allem touristischen Belangen einen gewissen Bonus und Marktvorteil, anderen, nichtsüdtirolerischen Bewerberinnen gegenüber. Ich glaube aber, dieser Bonus hat in diesen letzten Jahren und Jahrzehnten ein bisschen an Bedeutung verloren, aber vielleicht haben ja auch nur die Mitbewerber aufgerüstet. (mehr …)