Diese Feministin! Hinterzieht auch noch Steuern!

Ich weiß jetzt nicht, ob ich es eher bestürzend oder doch „nur“ betrüblich finden soll, wie die breite und schmale Öffentlichkeit auf die Kundmachung der Tatsache, dass Alice Schwarzer nicht nur Feministin, sondern auch noch Steuerhinterzieherin ist, reagiert.

Vorausgeschickt, dass ich Alice Schwarzer nur im Vorübergehen und Vorbeiziehen kennengelernt habe, und also zu wenig weiß über sie, als dass ich mir ein Urteil oder auch nur ein Bild anmaßen dürfte. Ich weiß, was alle wissen, nämlich dass sie eine streitbare Feministin ist. Das nun ist, meines Wissens, kein Beruf, sondern vielmehr eine Einstellung zu einer gesellschaftspolitischen Thematik, oder vielleicht eine Ideologie – hat aber jedenfalls nicht das Geringste mit dem Delikt der Steuerhinterziehung zu tun. (mehr …)

Auf der Suche nach: Heimat (2)

Das ist sie, habe ich mir gedacht, gestern, als ich diesen Absatz hier las, in einem Text auf http://www.barfuss.it/

(…) Weinkartons, Spumante, Speck, Kaminwurzen, Schüttelbrot, Olivenöl, Kaffee, Fonzies, Parmesan, Crodino, eingelegte Tomaten, eingelegte Zucchini, eingelegte Melanzane (oder Aubergine, wie die Deutschen sagen), Gel von L’Oréal Volume 10 (in Deutschland gibt es nur die unteren Stufen), Fiesta-Brioche, Lattella, Grissini, Spuma, Cynar, Montenegro, Thunfisch, Barilla-Nudeln, Barilla-Sughi. (…)

da ist sie, „meine“ Heimat oder auch nur eine Heimat, und jedenfalls ein Bild, eine Geschichte in den sechs Buchstaben im kleinen Wort mit der großen Macht.

Heimat in Südtirol, das ist der Speck neben dem Spumante, ganz selbstverständlich, die Kaminwurzen und das Olivenöl, als sei keine Verbindung natürlicher, der Crodino und das Schüttelbrot, als gäb’s keine Grenzen, und die Sughi so selbstverständlich wie die Melanzane, im deutschsprachigen Text eines deutschsprachigen Südtirolers in einem deutschsprachigen Medium.

Ja, so ist sie, meine Heimat, und noch ist gar nicht alles gesagt.

Klimawandel? Welcher Klimawandel?!

Ich komme grad vom Schneeschaufeln, eine elende Schinderei. Das Zeug tut nur so, als sei es Schnee – in Wahrheit ist es nasser Zement. Aber es sieht hübsch aus, ohne Zweifel, und wer nicht zu genau hinschaut, die könnte doch glatt meinen, wir hätten eine richtige Winter-Idylle. Wie damals, früher, als die Welt noch in Ordnung war und funktionierte, wie wir und die Schneewirtschaft uns das wünschten. (mehr …)

Von Abstimmungen, geheimen und anderen

Das ist ein Problem, hatte ich mir neulich gedacht, als ich von der (neuerlichen) Abstimmung über den Neubau einer Seilbahn von Kastelruth auf den Puflatsch gehört hatte. So eine Abstimmung in einem kleinen Dorf, in dem jeder jede kennt und irgendwie alles miteinander verwoben und aufeinander angewiesen ist, in so einem Dorf ist so eine Abstimmung ein Problem – jedenfalls in einer Sache, die von großer Tragweite ist für die Gemeinschaft und, wie das in solchen Fällen üblich ist, das Dorf entzweit. (mehr …)

Gut (Brot-)Ding will Weile haben

DSC_8804-350x234Ich gestehe: Ich bin ein Brot-Freak und bräuchte, um glücklich zu sein, wenig mehr als ein Stück guten Brotes. Gutes Brot aber, im klassischen Sinne, ist ein rares Gut geworden, in unseren Tagen, so sehr, dass ich persönlich ja zur Ansicht  neige, der Zustand einer Gesellschaft lässt sich an ihrem Brot ablesen und erkennen: Je übler das Brot, desto übler die Zustände in der Gesellschaft. Unter üblem Brot verstehe ich übrigens alles, was uns gemeinhin und mit wenigen Ausnahmen als „Grundnahrungsmittel“ zugemutet wird: Viel Luft (Schein!), wenig Substanz (Sein!); aufgeblasene Teigklumpen, die am besten schnurstracks verschlungen werden, weil je länger man kaut, desto übler der Geschmack, und überhaupt (langer Rede, kurzer Sinn): Viel Getue, wenig drin. (mehr …)

Ist Zeit Geld? Oder Glück?

Die Zeit drängt: Dieser wunderbare Film kann nur noch wenige Tage online abgerufen werden, in der ARTE Mediathek (http://www.arte.tv/guide/de/040409-000/speed-auf-der-suche-nach-der-verlorenen-zeit?autoplay=1), und es wäre jammerschade, wenn nicht so viele Menschen wie möglich ihn sehen würden: Jede einzelne der 90 Film-Minuten ist – ich glaube nicht, zu übertreiben – ein Gewinn. (mehr …)

Auf, ihr Frauen, in die Mitte!

Ich glaube, es war Brigitte Foppa, die im Zusammenhang mit der neuen Südtiroler Landesregierung bzw. deren Bildung im Sinne von Schaffung sagte, „in dieser Regierung gibt es nur eine Frau“. So oder ganz ähnlich sprach sie, und ich fürchte, sie hat(te) recht.

Zumindest wenn, wie ein lieber Bekannter es ausdrückte (er hat mich auf das Bild aufmerksam gemacht, ich habe zur Zeit leider eher wenig Muße), „ein Bild mehr als tausend Worte sagt“ und wir dem Titelfoto der „Dolomiten“ vom 17.1.2014 Glauben schenken dürfen: Die einzige Frau, die auf diesem Bild präsent ist, ist die Frau Stocker, und ich glaube nicht, dass das an ihrem grünen (ha!) Blazer liegt. (mehr …)

In Sachen: Heimat (weil’s so schön ist)

„Heimat“ und was das ist, darüber hatte ich mir nie Gedanken gemacht: Ich war viel weg gewesen von zuhause, als ich noch jung war, aber „Heimat“ war kein Begriff, mit dem ich etwas anfangen konnte, ich verband damit Dinge, die mit mir nichts zu tun hatten. „Heimat“, das war eng, war muffig, und jedenfalls kein bisschen spannend. Das, was daran hing und was ich damit verband, interessierte mich nicht, und also interessierte mich auch der Begriff selbst nicht. (mehr …)

Heer mit Familie? Oder gar kein Heer?

„Da cosa nasce cosa“, wie’s bei uns so schön heißt, und also habe ich auf meinen gestrigen Beitrag über die Verweiblichung der deutschen Bundeswehr bzw. die Intention der deutschen Verteidigungsministerin, letzteres familienfreundlich/er zu gestalten, ein paar Reaktionen bekommen, die mich beschäftigen. Da war zum einen der Tipp zu einem Buch, nach dem ich – wie auch nicht – sofort suchte, und es u. a. als Hörbuch auf YouTube fand (Hörbuch ist über die Maßen praktisch!). Ich stelle es hier ein, weil ich sehr viel weniger eine Anleitung zum Krieg heraushöre, sondern vielmehr, dass der beste Krieg immer noch der ist, der vermieden wird, und dass Krieg keineswegs die „Fortsetzung der Diplomatie mit anderen Mitteln ist“.

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Das Heer, familientauglich

Darauf kann wohl nur eine Frau kommen: Die urmännliche Domäne „Bundeswehr“ familienfreundlich – jawoll! – umgestalten zu wollen, und zwar recht konsequent, inklusive Kinderbetreuung in den Kasernen. Zwar kann ich mir nicht wirklich vorstellen, wie kinderfreundlich so eine Kasernenatmosphäre wohl sein kann, aber ich denke, auch daran ließe sich arbeiten, in Folge, und profitieren würden wohl alle davon, von Kasernen, die auch in Kinderaugen als angenehmer Ort bestehen können. Jedenfalls habe ich erst Mal kräftig gestutzt, als mich heute früh auf ZEIT ONLINE dieser Titel geradezu ansprang:

Von der Leyen will familienfreundliche Bundeswehr

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