(Nicht mehr) Nur mittelalte (weiße) Männer

Während hier bei uns im reichen Lande immer noch – scheint’s – eine satte Mehrheit der Männer glaubt, ein nackter Frauenhintern als Köder für eine Pizzeria (um nur das aktuellste Beispiel zu nennen) sei sexy oder gar erotisch oder gar à la Helmut Newton (jede Wette, der Mann würde in seinem Grab rotieren, wenn er wüsste, was hierzulande mit ihm auf einen Nenner gebracht werden will), derweil aber ein nackter Frauenhintern in dem Kontext, in den die feuchten Träume ewig pubertierender Männer ihn setzen, einfach nur blöd ist, derweil also kommen draußen in der großen und manchmal ein bisschen weiten Welt selbst althergebrachte Männer althergebrachter Parteien zur Erkenntnis, dass: Die Welt weiblicher werden muss, eine Erkenntnis, die sich übrigens auch positiv auswirken dürfte auf das Alt“herren“-Sexismus-Phänomen. (mehr …)

Ja! Ja! Ja!

Ja wirklich – schon klar, dass ein halbnackter Jung-Frauen-Hintern sagenhaft viel zu tun hat mit a) Pizzaservice und b) gutem Zweck. Und ja, höchste Zeit, dass von offizieller Seite gegen diese sexistische, allemal unwürdige und jedenfalls dümmliche Art der „Werbung“  vorgegangen wird – schade nur, dass der Gleichstellungschefin Frau Oberhammer die Hände doch ein bisschen sehr gebunden sind und sie nicht viel mehr tun kann, als zu einem Boykott aufrufen und auf die Unterstützung der Medien zu hoffen (!).

À propos Medien: Eine permanente Black-List in den wichtigsten Zeitungen und Zeitschriften – das wäre doch ein großer Schritt.

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Von Schaumschlägern

Das ist jetzt mal wieder interessant. Schottland, das schon nächstes Jahr unabhängig werden will von der britischen Krone, ist ja immer eines der Lieblingsargumente unserer „Freiheit-für-Südtirol“-Rufer, wenn es darum geht, möglichst vielen von uns eine Loslösung von Italien schmackhaft und dazu glaubhaft zu machen, dass eine solche durchaus möglich wäre. Was die Schotten können, meint z. B. die Süd-Tiroler Freiheit, das kann Südtirol schon lange. (mehr …)

Ein bisschen peinlich

ist das jetzt schon, dass – die lokalen Medien, u. a. NSTZ berichten – nun doch, Arno Kompatscher und der von ihm und von so vielen herbei gesehnten und herbei geredeten  „Erneuerung“  zum Trotz, alles beim Alten bleiben wird, in Südtirol, und dass also die Landesregierung wie gehabt aus SVP und PD bestehen wird. Nix mit Grün, auch nix mit Blau, und insgesamt also ein wenig blass und kein bisschen farbenfroh sieht sie aus, „Erneuerung“ à la Südtirol.

Lang hat’s gedauert, und viel Wind wurde gemacht, um diese „Entscheidung“ – die dann doch keine war, wenn jetzt im Großen und Ganzen doch alles bleibt, wie’s immer war.

Und ein bisschen unglaubwürdiger ist er jetzt auch, unser neuer Landeshauptmann und Arno Kompatscher, jetzt, nachdem er die „Indiskretionen“ und Prognosen der NSTZ so heftig und so vehement bestritten hatte und es dann doch akkurat und justament so kam, wie es von dem Blatt vorhergesagt worden war.

In Sachen Erneuerung gibt’s als bis dato nicht viel zu melden, von der Heimatfront, außer vielleicht, dass künftig am Dienstag passiert, was bisher montags stattfand, und dazu, ich lese es gerade, der Herr Kompatscher gute Manieren hat und offenbar dazu neigt, seine Entscheidungen zuerst den direkt von ihr Betroffenen und erst anschließend der Presse mitzuteilen.

Es muss ganz schön schlecht bestellt sein um uns, wenn solche Selbstverständlichkeiten eigens – und lobend – erwähnt werden (müssen).

Aber vielleicht wird’s ja noch.

À propos

Ein Satz in diesem

AfD: Mit Fremdenfeindlichkeit nach Europa und zurück | ZEIT ONLINE

schönen Zeit-Text hat eine Gedankenkette in Gang gesetzt in meinen verwinkelten Gehirngängen und ein paar Fragen ausgelöst, in Sachen Migration und allem, was damit zusammenhängt. Es hängt ja wirklich sehr viel damit zusammen, unter anderem die Frage (eine Frage für Fortgeschrittene, wenn wir so wollen), ob Migranten denn eine Doppelstaatsbürgerschaft bzw. ein Doppelpass zustehen soll. Dieses Thema des Doppelpasses ist ja auch bei uns Südtirolern virulent (im vielfachen Sinne), obwohl wir ja nun wahrhaftig und schon längst keine Migranten mehr sind, keine Armutsmigranten zumal. Wir Südtiroler wandern höchstens aus, weil  uns in unserer reichen Provinz langweilig ist oder der (gehobene) Arbeitsmarkt nichts Passendes zu bieten hat oder wir glauben, in einem anderen Land denn jenem, wo die Zitronen blühen, besser daheim bzw. aufgehoben zu sein.

À propos Arbeit: Ich glaube, von freiheitlicher Seite einmal gehört zu haben, wir sollten doch nur „qualifizierte“ Menschen ins Land lassen. Das klingt sehr schön, und ganz schön anspruchsvoll, wobei ich jetzt allerdings nicht weiß, ob man sich bei freiheitlich auch schon gefragt hat, was wir diesen qualifizierten Migranten eigentlich zu bieten haben, in Sachen Jobs. Ich denke halt, dass beispielsweise Ingenieure oder IT-Spezialisten aus Indien vermutlich kaum Lust haben werden, unsere Äpfel zu klauben, unsere Touristen zu bedienen oder unsere alten und kranken Menschen zu pflegen. Vielleicht sollten wir also erst Mal unsere Stuben ein bisschen aufhübschen, bevor wir wählerisch werden.

Jedenfalls habe ich mir, ausgehend von der Frage nach dem Doppelpass, überlegt, dass es doch vielleicht überhaupt interessanter und klüger und langfristig eh viel wirksamer wäre, wenn wir alle zusammen aufhören würden, immer erst ins eigene Sackl zu wirtschaften und daran, dass es Hauptsache uns gut geht, möglichst am besten und jedenfalls besser als allen anderen. Dann würden z. B. alle Regionen in Italien fest zusammenhalten und so tun, als seien sie zwar nicht alle dieselben, aber als hätten sie alle dasselbe Ziel, nämlich die Angleichung des Lebensstandards und natürlich auch der – zum Beispiel – Sozial-, Gesundheits- und überhaupt Leistungen der Gemeinschaft an die Gemeinschaft. Dasselbe Prinzip könnten wir uns dann auch gleich für ganz Europa und bald danach für die ganze Welt denken, und schon wären alle (Migrations-)Probleme gelöst und die Welt ein friedlich-freundliches Osterfest.

Unmittelbar könnte das vielleicht so ausschauen, als ginge derlei zu Lasten der Reichen und zugunsten der „Faulen“. Dem ist aber natürlich keineswegs so, weil – wir sehen es ja eh – auf längere Sicht die Rechnung der Reichen, sie könnten sich endlos auf Kosten der Armen und immer weiter bereichern, eh nicht aufgeht. Früher oder später stehen die Armen vor unserer Tür, anders kann es gar nicht sein, und welche Christen wollten es wagen, sie zu verjagen. Wir könnten doch also auch gleich Nägel mit Köpfen machen, und „Globalisierung“ ganzheitlich angehen.

Dann wäre es übrigens auch völlig egal, woher die Migranten kommen (es würden ja sowieso kaum noch welche kommen, außer wahrscheinlich solche, die [wie wir Südtiroler, siehe weiter oben, auswandern, weil ihnen zuhause langweilig ist]) – , und wohin sie gehen, sie könnten also z. B. genauso gut in Sizilien bleiben, wie sie nach Skandinavien gehen könnten, und sie könnten diese Entscheidung schlicht davon abhängig machen, wo es ihnen besser gefällt, weil im Süden wie im Norden und im Osten wie im Westen überall die gleichen sozialen und überhaupt Standards herrschen. Und das sog. Sozialschmarotzertum, das gar manchen unter uns arge Kopfschmerzen bereitet, wäre auch ausgerottet und Schmarrn von gestern.

Und so banale Dinge wie Einzel- oder Doppelstaatsbürgerschaft, wen würden die noch kümmern.

Auswandern, Einwandern, Wandern

Menschen wandern, Menschen wandern ein, Menschen wandern aus. Das war schon immer so, und es wird wohl auch immer so bleiben. Auch wir Südtiroler könn(t)en ein (so genanntes) Lied davon singen, wenn wir denn wollten, über Auswanderung vor allen Dingen. Denn es ist noch gar nicht lange her, dass unsere eigenen Ahnen ihre Heimat verlassen mussten, weil es hier kein Auskommen gab, für sie nicht und für ihre Familie(n) nicht. Viele der Unseren wanderten aus, in die fernsten Länder, andere „nur“ über die Grenze, manche wanderten mit ihrer Handelsware monatelang durch aller Herren Länder, bevor sie wieder heimkehrten. (mehr …)

Ein Gespenst namens Volkstumspolitik

Ein Gespenst geistert durch unser Land, und das Gespenst heißt „Volkstumspolitik“. Die Chefpartei musste kräftig Federn lassen – schon seit bald zehn Jahren, habe ich mir sagen lassen, hatte sie den Rückwärtsgang eingelegt, aber diesen Herbst tat’s wohl erstmals *richtig* weh – und das, so wird gemunkelt und vermutet, liege in erster Linie daran, dass man bei der großen Sammelpartei aller deutsch- und ladinischsprachigen Südtiroler die Volkstumspolitik vernachlässigt und den entsprechenden Wählerpool den anderen deutschsprachigen Parteien überlassen habe. Das ist erst der Anfang, hier geht’s weiter

Und keineR sagt was

Mag sein, ich bin übermäßig empfindlich auf diesem Ohr; mag sogar sein, ich habe das eine oder andere Vorurteil; mag sein, ich sehe Gespenster und mag sein, nicht zuletzt, ich bin ein bisschen überbesorgt.

Jedoch: Da draußen, in der weiten Welt hinter unseren engen Bergen, wollen zwei „rechtspopulistische“ Parteien künftig gemeinsame Sache machen, gegen Europa, gegen die Einwanderer und überhaupt: Gegen so ziemlich alles, was anders ist, und sei es nur ein bisschen. Dieser Umstand wird allgemein reichlich gelassen aufgenommen – viel zu gelassen, für meinen Geschmack. (mehr …)

Vom Scheinsieg der Quotengegner

Wusst ich’s doch – jetzt wird der „Triumph“ der Quotengegner auch verschriftlicht, ist somit offiziell, geschniegelt und besiegelt und kann in diesem Artikel auf www.salto.bz nachgelesen werden, inklusive Tabelle, aus der tatsächlich ersichtlich zu werden scheint, dass die Wähler der „Südtiroler Freiheit“ am frauenfreundlichsten entschieden haben; gleich anschließend stehen „Die Freiheitlichen“ auf dem Siegertreppchen derer, die die beste Frauenarbeit geleistet haben, und sogar ohne das zu wollen. Da schau an. (mehr …)

Und immer wieder: Die Quote

Es ist schon faszinierend, wie „Frauenquote“ als Thema immer wieder und immer noch gut ist und jedenfalls für Audience und heftigst strittige Meinungen sorgt. Dabei ist doch die Sache so einfach: Es besteht, ganz ohne Zweifel, ein gesellschaftliches und völlig ungerechtfertigtes Ungleichgewicht zu Ungunsten der Frauen, einerseits; andererseits ist inzwischen Konsens, dass Frauen einen wichtigen und von Männern ob völlig anders gearteter Persönlichkeitsstrukturen nicht leistbaren, gesellschaftlichen Beitrag einbringen können, sollen und wollen. Es dürfte übrigens allseits bekannt und auch bis in Quotengegnerkreise durchgedrungen sein, dass diese Erkenntnis und dieses Verständnis nicht von allein aufblitzten in den Gehirnen derer, die bis dahin das Exklusivrecht auf das so genannte Sagen inne hatten, sondern dass es dafür jahrzehntelange, teils verbitterte und jedenfalls harte Kämpfe brauchte seitens der Frauen, jener zumal, die sich für die Rechte und Gleichberechtigung ihrer – netteren, weniger konflikt- und kampfbegabten, aber vielleicht auch nur gleichgültigeren – Geschlechtsgenossinnen in den Regen stellten und sich für diese Leistungen wenig mehr als Häme, Spott und sogar Verachtung einhandelten (die Früchte, da schau an, dieser Arbeit genießen heute natürlich auch jene, die sich so auffallend verbissen abgrenzen gegenüber den – wie sie’s nennen – „verbissenen“ Quoten- und Frauenrechtlerinnen). Daran hat sich scheint’s wenig geändert, auch, wenn Angelika Margesin gestern Abend nicht anerkennen wollte, dass ihre eigene und die Wahlschlappe ihrer Vorgängerinnen und Mitstreiterinnen bei SVP in erster Linie auf ihr offenes Eintreten für die Quote zurück zu führen sein könnte. (mehr …)