ZeitZeichen

Auch, wenn man manchmal das Gegenteil meinen möchte: Sie bewegt sich. Doch.

ZeitZeichen eins:

In New York lief bei der diesjährigen „New York Fashion Week“ erstmals ein Model mit Down-Syndrom über den Runway. Jamie Brewer, die übrigens auch eine erfolgreiche Schauspielerin ist, lief für Carrie Hammer, die schon letztes Jahr sehr erfolgreich ihre „Role Models Not Runway Models“-Kampagne gestartet hatte. „Die Show überstieg meine kühnsten Erwartungen“ sagt die Designerin. „Es macht mich glücklich, zu sehen, wie die Menschen in meiner Show lächeln, und froh sind“. Vorbilder statt Laufstegmodels, und fröhliche Gesichter statt dunkler Sonnenbrillen. Wenn das nicht Hoffnung macht. (mehr …)

Die Wirtschaft!

credits: Andreas Colli, BM Kastelruth
credits: Andreas Colli, BM Kastelruth

Der Bürgermeister der Gemeinde, der ich qua Geburt angehöre, hat gestern oder vorgestern in seiner Facebook-Timeline dieses Bild geteilt, mit seinen Followern und der mehr oder minder interessierten Öffentlichkeit. Ich hoffe, er wird es mir nachsehen, dass ich mir das Foto hiermit quasi einverleibe, ungefragt, denn es ist ein ungeheuer starkes Bild, das ich nicht „einfach so“ an mir vorüber ziehen lassen kann. (mehr …)

Ich sag’s ja doch: Gut schauen wir aus!

(Werbekampagne aus England. Sie soll Menschen – Frauen – dazu animieren, (mehr) Sport zu treiben. Und ja, ich würde wetten, dass sie deutlich mehr Erfolg haben dürfte als jene Kampagnen und Fotos mit jenen superdünnen Supermodel-Frauen. Wie die schaut ja eh niemand aus, und wir schon gar nicht, und wollen tun wir’s auch nicht. Insofern: Let’s just move! And have fun!

Was bleibt

(Diesen Text hatte ich ursprünglich auf „salto.bz“ veröffentlicht.)

Verloren steht die Tüte im leeren Wartesaal des Bahnhofs am Brenner. Die, die sie hier abgestellt hatten, sind plötzlich verschwunden und jetzt vielleicht auf dem Weg nach Norden. Sehr wahrscheinlich ist es nicht. Nur noch wenige Stunden, dann wären sie am Ziel ihrer „Reise“, die ein Jahr und vier Monate gedauert hat. Ein Jahr und vier Monate: Eritrea, Sudan, Libyen, Italien, Brenner. (mehr …)

Die Haselnüsse des Aschenbrödel

Es ist ja der 25. November der Tag der Gewalt gegen Frauen. Ein wichtiger Tag, zweifelsohne, und es sind wichtige Botschaften, die uns heute auf verschiedenste Weise erreichen: Videos, eigens gedacht konzipiert und gedreht, Texte, Artikel und Fotos, um auf dieses – gewaltige! – Problem aufmerksam zu machen. Hoffen wir, dass all diese Botschaften auch ankommen, dort, wo sie ankommen sollen und die auch erreichen, die sie erreichen sollen. (mehr …)

(Ich will keine Wutbürgerin sein)

Um direkt mit der Tür ins Haus zu fallen, und es durch eine Hintertür wieder zu verlassen: Das so genannte „Wutbürgertum“ und alles, was darum herum und darauf auf-gebaut wird und werden soll, macht mir ein bisschen Angst. Ich weiß, ich stehe mit dieser Angst eher allein da – sie ist aber  da und lässt sich kein bisschen weg reden oder -wünschen. Zwar weiß ich aus persönlicher Erfahrung: Wut und Zorn sind ein erstklassiger und ziemlich potenter Motor, aber sie müssen auf klein(st)er Flamme köcheln bzw. in etwas Konstruktives münden und umgeleitet werden. Anderenfalls ist die Gefahr groß, dass sie blind machen und ihre Wirkung rein zerstörerisch ist. Oder vielleicht so: Wut ist ein erstklassiger Initialzünder – mehr sollte sie aber nicht sein (dürfen), denn: Auf (aus) Wut allein lässt sich nicht(s) bauen. (mehr …)

Wer geschützt werden soll

Ich trage das jetzt schon ein Weilchen mit mir herum. Es hatte vor längerer Zeit auf http://www.salto.bz einen Beitrag über Ausländerfeindlichkeit gegeben. Ist ja immer ein heißes Thema, und unsere „einzige“ und vielgelesene Tageszeitung „Dolomiten“ (auch als „Tagblatt der Südtiroler“ bekannt – die Südtirolerinnen sind hoffentlich mit gemeint) hilft fleißig mit, das eh schon schwierige Thema „heiß“ und am Köcheln zu halten. (Liebe Dolomiten-Macher: Ich habe gerade auf Facebook eine Seite gesehen, die nennt sich „Stimmen für Menschlichkeit“ (bei Martin Borger). Das wäre doch eine nette Alternativ-Kampagne, für Ihre Zeitung. Jeden Tag eine „Stimme für Menschlichkeit“, statt „Stopp der Gewalt“). (mehr …)

Über persönliche Grenzen (und wer sie definiert)

Vor ein paar Tagen wurde ich auf dieses Video aufmerksam (ich stelle es ganz am Ende des Beitrags ein – es ist aber auch im Zeit-Text, auf den ich noch zu sprechen komme, verlinkt).  Es zeigt – und zählt -, wie oft eine ganz normal daher kommende Frau im Laufe eines Tages sprachlichen Aggressionen und Anzüglichkeiten wildfremder Männer ausgesetzt ist. Es war eine ausgezeichnete Idee, diesen Film zu machen, denn so etwas erlebt ja jede Frau, und nein, es ist NICHT angenehm. Aber unsereine wird ja nicht gefragt. Das Video lief dann auch – völlig zurecht – sehr schnell viral. Vielleicht, so meine Hoffnung, fängt ja doch der eine oder andere mit Nachdenken an. (mehr …)

Oh, diese Scheinheiligkeit!

Es gab da neulich auf RAI Südtirol in der Sendung „Pro & Contra“ eine Diskussion über die Notwendigkeit/den Wunsch der Anerkennung von Ehen unter gleichgeschlechtlichen Paaren. Es diskutierten Andreas Unterkircher, Präsident von „Centaurus“ und bekennender Schwuler, und ein Herr Lois Taibon, Obmann – glaube ich – der Pustertaler Südtiroler Freiheitlichen (es wäre ja übrigens schön, wenn man bei RAI Südtirol endlich anfinge, seine Sendungen auch im Internet zur Verfügung zu stellen). (mehr …)