So viel Aufwand, so wenig Nutzen
Ich habe soeben einen Beitrag gesehen, über perfekte Logistik, am Beispiel von „Frische Rosen aus Kenia“ für die Supermärkte in Europa, an jedem Tag im ganzen Jahr. Ich persönlich habe ja noch nie Blumen im Supermarkt gekauft – ich bin da eher altmodisch, und kaufe, so gut es geht, im Fachhandel. Wie auch immer: Ich fand es durchaus und sogar sehr faszinierend, zu sehen, wie perfekt die einzelnen Abläufe aufeinander abgestimmt waren, wie lückenlos die Kette funktionierte, wie optimal und fehlerlos die einzelnen Schritte ineinander griffen. So etwas hat durchaus eine gewisse Ästhetik, in meinen Augen.
Am Ende des Beitrags aber, als die flüchtige Faszination über die Schönheit perfekter Abläufe und also durchaus Harmonie verflogen war, blieb: Erschütterte Ernüchterung angesichts unserer grenzenlosen und bedenkenlosen Gedankenlosigkeit.
Was für ein Aufwand, für Null Nutzen.
(M)Ein Wort des Jahres
Habe ich’s an dieser Stelle schon gesagt? Nein? Dann tu‘ ich’s jetzt und hiermit: Mein Vorschlag für die „Unwörter des Jahres“ ist a) „innovativ“ und b) (Wir müssen unsere) „Hausaufgaben machen“. ICH! KANN! SIE! NICHT! MEHR! HÖREN!
Die logische Konsequenz, auf das Unwort des Jahres? Natürlich – das „Wort des Jahres“. Mein persönliches Wort des Jahres. Ich grüble jetzt schon ein Weilchen darüber nach, es ist gar nicht so einfach. Und so habe ich meinen Lieblings-Sparring-Partner zu Rate gezogen, als da wäre: Meine übergeliebte Tochter. Ein Wort, sagte ich zu ihr wie zu mir, ein Wort, unter dessen Schirmherrschaft ich mich gern stellen würde, was meinst du, was würde passen? Gerechtigkeit, wäre meins, darüber hatte ich schon nachgedacht, es ist „mein“ Wort, schon immer gewesen, und die Gerechtigkeit selbst mein stärkster Motivator. In so manchem Kampf hätte ich frühzeitig die Segel gestrichen – wenn nicht immer wieder diese kleine Stimme mit ihrem hartnäckigen „aber das ist so! einfach! nicht! gerecht!“ mich wieder an und weiter getrieben hätte. Trotzdem, „Gerechtigkeit“ ist wohl ein bisschen sehr… na ja, naheliegend. Naheliegend, fällt mir da ein und sage ich zu meiner Tochter, im Scherz, naheliegend als Schirmherrschaft-Wort für mich wäre aber auch QUOTE! Ha ha. Exakt derselbe Gedanke war ihr auch schon gekommen. Ha ha ha.
Aber, fällt mir gleich danach ein, denn nicht immer ist lustig, worüber wir lachen, und das hier ist überhaupt gar nicht lustig, sondern in Wahrheit und vielmehr ultimativ
- beschämend, dass wir – moderne, demokratisch aufgestellte Gesellschaft – im Jahre 2013 über so etwas wie eine Frauenquote überhaupt (noch) diskutieren müssen,
- erbärmlich, dass es nach wie vor – und gar nicht wenige – Männer gibt, die sich wie verrückt darüber aufregen, über die Quote, und laut „das ist ungerecht“ durch die Gegend brüllen,
- ein Armutszeugnis, dass Frauen nicht schon längst die Hälfte aller wichtigen politischen Positionen innehaben,
- einfach nur traurig, dass sich das Thema also nicht schon längst erledigt hat.
Ja, wer weiß, am Ende stelle ich mich doch glatt noch unter die „Quote“-Schirmherrschaft. Aus Protest.
Und übrigens… „Quote“ ist ja auch nur ein anderer Name für „Gerechtigkeit“. Wer also auch nur ein kleines bisschen Gerechtigkeitsempfinden sein eigen nennt, kann gar nicht anders, als für eine Frauenquote – in der Politik zumal – ein- und gerade zu stehen.
Austausch
Da hat mich doch heute ein Herr ausgerufen, ich weiß nicht (mehr), wie er hieß und auch nicht, wo er lebt. Jedenfalls lag ihm mein heutiger Beitrag auf Salto.bz (http://http://www.salto.bz/de/article/03092013/jetzt-aber-los-bloss-wohin) scheinbar so schwer auf dem Magen, dass er sich ein Herz gefasst, meine Nummer aus dem Netz gefischt und mich angerufen hat… um mir zu berichten, dass er sehr für eine Ablösung Südtirols von Italien sei und meinen Beitrag nicht wirklich goutiert habe.
Ja, doch, ich habe mich sehr gefreut über diesen Anruf – ich tausche mich besonders gern mit Menschen aus, die nicht meiner Meinung sind, da kann man am meisten lernen, finde ich. Wir haben sehr lange gesprochen, der Herr und ich, und doch ist es am Ende keinem von uns beiden gelungen, die jeweils andere von der eigenen Position zu überzeugen. Aber das macht auch nichts – dafür ist noch Zeit, denn wir beide, der unbekannte Anrufer und ich, haben uns derweil darauf geeinigt, dass alle drei Sprachgruppen sich an einen Tisch setzen und gemeinsam darüber sprechen werden müssen, was wir – alle gemeinsam – wollen und wo wir – alle gemeinsam – hin wollen.
Wie gesagt, ja, ich habe mich sehr gefreut über dieses Gespräch.
Modern? Geht so!
Ja, ich muss gestehen: Immer wieder mal blitzt eine Persönlichkeit aus Arno Kompatscher, die ich durchaus sehr sympathisch finde, und wirklich, da könnte grad der Zweifel aufkommen, ob’s der Mann nicht vielleicht doch schaffen könnte, aus Südtirol eine moderne Provinz zu machen mit modernen Menschen, denen die Zukunft wichtiger ist als die Vergangenheit. Das passiert eigentlich immer, kommt mir vor, wenn der Mensch vor den Politiker tritt, gestern zum Beispiel, als er im „Dolomiten“-Interview erzählte, er würde sich im Zweifel für seine Familie entscheiden und nicht für die Politik (zwar hatte er sich früher schon mal in einer anderen Sache ähnlich festgelegt, und dann doch einen Weg gefunden, um sich nicht daran halten zu müssen…), dass er richtig stolz darauf ist, mit dem Rauchen aufgehört zu haben (Respekt!), und dass „Helden“ für ihn alleinerziehende Mütter sind, die nicht nur ihren Kindern liebevolle Mütter, sondern dazu auch berufstätig sind. Bravo, Herr Kompatscher, so geht Heute!
In solchen Aussagen finde ich, zeigt sich doch recht schön, in welche Richtung die Fahrt in Zukunft gehen könnte, hier bei uns in Südtirol. Bleibt die Hoffnung, dass sein Schiff ihn nicht im Stich lässt und vor allem: Dass die Mannschaft nicht meutert.
Was für ein Theater!
Was ist denn das für ein Theater, dort bei SVP? Hat sie oder hat sie nicht? Wusste man oder wusste man nicht? Da stellt man eine Kandidatin vor, mit Pomp und Getöse, und weiß noch gar nicht, ob sie überhaupt das Recht hat, auf der Kandidatenliste Platz zu nehmen, weil ihr die italienische Staatsbürgerschaft (noch) fehlt? Und die Staatsbürgerschaft ist, da schau an, unabdingbare Voraussetzung für die Wahlbarkeit?! Also wirklich. Wenn das einer Jüngst- oder auch nur Jung-Partei passiert wäre, dann wäre es glaubhaft – aber einer wie SVP? Die im Übrigen ja fast mehrheitlich von Rechtsanwälten bewohnt wird? Hallo? (mehr …)
Mitspracherecht? Bei SVP??
„Die Menschen wollen mitreden“ titelte „Südtirol News“ am 29.8. Im Artikel wird recht euphorisch von den SVP-Programmdiskussionen, dieses Mal in Meran, berichtet, bei der das Südtiroler Volk mitreden könne und mitarbeiten wolle.
Denn, so will man sein Volk glauben machen, SVP macht’s möglich, nicht nur dank Runderneuerung, zu verdanken gefühlten zwei oder drei „Neuen“ in der alten Partei, sondern auch mithilfe des roten Wunschbuches, eins pro Landtagskandidat, mit viel Platz für die Wünsche und Ideen der Bevölkerung. Wenn das bloß gut geht, denke ich mir, all die vielen Wünsche in all den roten Büchern. Doch damit nicht genug der Wunscherfüllung und der Mitsprache – nein, die verjüngte und runderneuerte SVP geht noch weiter und lässt doch glatt ihr Wahlvolk am Wahlprogramm mitschreiben: „Das Ergebnis der Programmdiskussion soll ein Wahlprogramm sein, an dem ‚Südtirol‘ mitgeschrieben hat“, unterstrich SVP-Landeshauptmann-Kandidat Arno Kompatscher laut „Südtirol News“, und weiter, „die Menschen haben die Möglichkeit mitzureden (…)“. Und das Volk jubelt dazu.
Derweil: Mitreden? Das Volk? Bei SVP? War da nicht mal was? In Sachen Direkte Demokratie? Und war’s nicht gerade die SVP, die sich nach allen nur denkbaren Richtungen gedreht und gewendet hat, um bloß die Direkte Demokratie = Mitspracherecht der Bevölkerung zu verhindern und sogar ein Staatsgesetz zu verwässern bzw. es nach den eigenen Vorstellungen zurecht zu biegen – damit ja bloß die Bevölkerung der Regierungs-SVP nicht dreinreden könne?
Aber dann vor den Wahlen hergehen und mit dem Mitbestimmungsfähnlein winken. Also wirklich.
Ja, das Ganze hat einen recht bitteren Bei- und Nachgeschmack. Und dazu kommt jetzt auch noch die Brixner Geschichte mit Herrn Vontavon, die NSTZ Online berichtete gestern über „Willy im Fettnapf“. In dieser Story geht es darum, dass Herr Vontavon die Eisacktaler Landtagskandidaten zu einer Vorstellungsrunde nach Brixen geladen hatte – und kurzerhand auch Völs zum Bezirk Eisacktal dazu nahm, weil der SVP-Strahlemann Arno Kompatscher dort zuhause ist. Tja, schade, dass Herr Vontavon nicht ein bisschen weiter gedacht hat als bis unmittelbar zu seinem bzw. seiner Partei ureigenstem Interesse, denn dann hätte er zumindest versucht, den Schein zu wahren, und auch die Kastelruther (allerdings: für Grüne Verdi Vërc 😀 ) Landtagskandidatin eingeladen. Aber bei SVP hat man ja scheinbar schon solch schwindelnde Höhen erklommen, dass man nicht einmal mehr „so tun muss als ob“ man versuchen wolle, zumindest den Schein zu wahren. Aber das ist es ja, was die SVP und ihren Hofstaat letztendlich charakterisiert und auszeichnet: Es gibt immer einen „Grund“, für die „Eigenen“ oder die eigene Sache eine Ausnahme zu machen. Ich finde das ziemlich grenzwertig – auch, dass niemand etwas sagt, weil’s um den neuen Stern am engen Horizont geht. Was für ein Hype!
Ach ja, wenn wir großzügig sein und diesen Fauxpax des Vontavon-Bücklings vor Kompatscher als Fettnäpfchen eines unbedarften Übereifrigen zur Seite stellen wollten, dann bliebe immer noch Arno Kompatscher. Als Gemeindenpräsident und vermutlich künftiger Landeshauptmann dürfte ihm bekannt sein, dass sein Heimatdorf keineswegs zum Bezirk Eisacktal gehört. Und also gäb’s für ihn, der Fairness und Korrektheit halber, in dieser Sache nur einen Weg: Seine Teilnahme an der Veranstaltung abzusagen.
Eine weitere, verpasste Chance, dem schönen Image, das man ihm auferlegt und übergestülpt hat, gerecht zu werden. Schade.
Übrigens: Wer wirklich mitreden und mitgestalten will, der hat noch bis 13. September Zeit, bei seiner Gemeinde zwei (!!) Unterschrfiten zu leisten. Hier gibt’s mehr Info: „Direkte Demokratie Volksbegehren“
Nachtrag – Eilmeldung 🙂 : TZ Online schreibt um 11.08 Uhr: Spitzenkandidat Kompatscher kündigt eine „neue Art der Politik” an. „Wir begrüßen die Instrumente der Direkten Demokratie als Ergänzung der Direkten Demokratie = Ergänzung der parlamentarischen Entscheidungsfindung.” Na, wenn das so ist – umso mehr: Nichts wie hin zur Unterschrift (waren die Herren von SVP schon alle da?!)
Über Freiheit, Mütterkarrieren und Liebe
Es ist schon ein Weilchen her, als ich auf „SZ Online“ auf diesen Text aus dem „Der Die Das Blog“ von Barbara Vorsamer stieß, eine Replik der Bloggerin auf Norbert Blüm’s Gastbeitrag für SZ Online „Von der Liebe bleibt der moderne Mensch verschont“.
Mir ging es damals in erster Linie um die Frage der „Karrieren von Müttern“ – und ich finde, Barbara Vorsamer hat eine außerordentlich schöne Antwort gefunden auf diese Frage:
(…) Heutzutage ist die Ehe kein Muss mehr, eine Scheidung keine gesellschaftliche Katastrophe. Kinder wachsen in und außerhalb der Ehe mit denselben Rechten auf. Und wenn die Finanzen geregelt sind, wenn beide Partner einen ebenbürtig bezahlten Beruf haben, die Frau nicht jahrelang zu Hause bleibt und auch der Mann sich in Haushalt und Kindererziehung einbringt – dann gibt es keinen Grund, zu heiraten. Und auch keinen, zusammenzubleiben.
Außer der Liebe.“
Und hier steht die ganze Geschichte: „Es gibt keinen Grund mehr, zu heiraten – außer Liebe„.
Manderwirtschoft
Kürzlich war ich mit einer Lehrerin einer Südtiroler Oberschule zusammen getroffen, wie’s halt der Zufall so will, und im Plaudern über das Eine und das Andere ließ ich einen Kommentar über unser doch immer noch und trotz allem ziemlich reiches Land fallen. Ich meine, unser Reichtum springt doch jeder ins Auge, die ihn sehen will, nicht wahr – ich persönlich staune zum Beispiel immer gern und immer wieder über unsere Superstraßen, Tunnels, Hang-Befestigungen und ganz besonders über unsere Museen, Schulgebäude und überhaupt unsere öffentlichen Gebäude.
In dem Zusammenhang, übrigens, ein kleiner Exkurs: Wir waren kürzlich, meine Tochter und ich, zu Besuch in der Benediktiner-Abtei in Müstair (Weltkulturerbe, in der – reichen – Schweiz, kann ich sehr empfehlen) und gleich danach, weil’s naheliegt im mehrfachen Sinne, in der (Südtiroler) Benediktiner-Abtei Marienstift, zweifelsohne ein überaus wichtiges kunst- und kulturhistorisches Denkmal weit über unsere Provinzgrenzen hinaus, aber keineswegs UNESCO-Weltkulturerbe. Nichtsdestotrotz: Das Schweizer Weltkulturerbe (!) wirkt im Vergleich zu unserem „einfachen“ Stift Marienberg doch recht schlicht, sei es in seiner Ausstattung, sei es in seiner Gestaltung. Das hat mich nachdenklich gemacht.
Aber zurück zum Ursprung. Jene Lehrerin war nicht recht einverstanden, mit meiner Meinung über unser reiches Land, und erzählte, wie an den Schulen, am Lehrpersonal, an Lehrausflügen, am Material und überhaupt: an der Bildung, Ausbildung und Zukunft unserer Kinder und somit an unser aller Zukunft nach Kräften und ziemlich rücksichtslos gespart und gekürzt werde, und dass diese Gelder „nur noch an die Ausländer“ gingen. Sie sagte das so, wörtlich. Das nun scheint mir doch eher sehr frag- bis unglaubwürdig, aber wir hatten leider nicht mehr die Gelegenheit, der Sache nachzugehen.
Seither überlege ich, in Sachen „Wirtschaft“ und „Wirtschaftskompetenz“, wie denn das zugeht und was daran so „wirtschaftlich“ sein soll, wenn auf der einen Seite an den Schulen und der (Aus-)Bildung – also dem Fundament jeder Gesellschaft -, gespart und gekürzt wird, gleichzeitig die Bevölkerung (und nicht einmal nur die „ungebildete“) im Glauben gelassen wird, die auf diese Weise frei gewordenen Mittel dienten nur dazu, „die Einwanderer“ zu verwöhnen… aber kein Mensch fragt, ja wie es denn sein kann, dass scheinbar und trotz allem immer noch genügend Millionen und sogar Abermillionen da sind, die von unseren wirtschaftskompetenten Regierungsmännern frohen Herzens und leichten Gemüts in maroden Fluglinien, überflüssigen Flughäfen, untüchtigen Fahrsicherheitszentren, unzeitgemäßen Seilbahnen usw. usf.: Versenkt werden.
Ja, und wenn ich dann noch ein bisschen weiter überlege, dann lande ich unweigerlich bei der Frage, welcher Gesellschaftsschicht um nicht zu sagen welchen Geschlechts Lieblingsspielzeug Autos, Flugzeuge, Rennbahnen, Motoren u. dgl. mehr schon immer waren und scheinbar immer noch sind, und zwar gänzlich ungeachtet der Tatsache, dass sich unsere Welt derweil und schon längst ganz, aber wirklich ganz anders entwickelt hat
Vom Fischen in trüben Wassern
Die NSTZ quoll heute förmlich über mit mehr oder minder direkten Nachrichten über die „Neuen“ (Damen) bei SVP. Während man die schöne Marie jetzt nur noch an der Seite des Herrn Achammer sehen soll (sollen wir das nun im wörtlichen oder auch im übertragenen Sinne verstehen?! Hat man ihr einen Aufpasser zur Seite gestellt?!), wird Frau Schwellensattl, auch nicht gerade unansehnlich, ins Rampenlicht geholt. Man ist bei SVP offensichtlich der Meinung, Marie habe nun genug geleuchtet, jetzt sei die Reihe an Madgalena. Was wohl die anderen SVP-Kandidatinnen davon halten werden? Reicht die Zeit bis zur Wahl, um all die vielen, tüchtigen und schönen SVP-Kandidatinnen gleichberechtigt in die Scheinwerfer der Öffentlichkeit zu stellen?
Jedenfalls wird also heute die Angel nach den Südtiroler Kulturmenschen ausgeworfen, bei SVP und mit Hilfe der schönen Madgalena, nach denen, die laut in die Runde gerufen hatten, Frau Schwellensattl bei Kultur käme sehr gelegen und würde die Südtiroler Kulturmenschen sehr erfreuen. Um also diesen zu gefallen, munkelt man jetzt – laut Tageszeitung – innerhalb der SVP, Arno Kompatscher habe der Neuen „die Kultur“ versprochen, falls sie denn gewählt werden sollte, womit er eigentlich schon ein bisschen rechne. Aber natürlich sei klar, so Frau Schwellensattl auch im Namen des Herrn Kompatscher, dass es unklug wäre, das Fell der Bären zu zerteilen, noch bevor er erlegt wurde. Ah ja.
Was für ein zynisches Spiel, das man dort spielt, bei SVP und mit seinen Kandidatinnen und vor allem seinen Wählern und wie siegesgewiss man doch ist, auch wenn man anders tut. Oder bin ich die einzige, die es unglaubwürdig findet, wenn Arno Kompatscher auf der einen Seite laut in die Gegend ruft, er sei keineswegs Landeshauptmann in spe sondern lediglich Spitzenkandidat der SVP, aber auf der anderen Seite und fast gleichzeitig als Landeshauptmann auch schon die Posten in die Runde verteilt, an Leute, von denen noch niemand weiß, ob und wie sie gewählt werden?! Reichen eigentlich die Posten für alle KandidatInnen? Oder werden sich dann die anderen, die „Altgedienten“, mit Pöstchen oder mit gar nichts zufrieden geben (müssen)? Und natürlich erzähle uns niemand, die Aktion und deren Wirkungen in der Südtiroler Öffentlichkeit seien nicht von langer Hand geplant, abgesprochen und ihre Effekte wohl kalkuliert – die zielstrebige Hand kundiger Marketingstrategen und –berater ist gar zu offensichtlich.
Ja, langsam beginne ich zu verstehen, was gemeint sein könnte, wenn politischen Kandidaten zu ihrem „Mut“ gratuliert wird. Das politische Parkett scheint tatsächlich eine Löwengrube zu sein, dort zumal, wo die Macht zuhause ist, und wo’s um sie geht, in erster Linie, um die persönliche Macht und die des Hofstaates, und weniger um die Sache der Bevölkerung.