Gesindel, solches und anderes

Es ist jetzt schon ein Weilchen her, da wurde im benachbarten Grödental ein per internationalem Haftbefehl russischer Banker (nicht Bankier!) verhaftet. In einem „bekannten Hotel“, es braucht wahrlich nicht viel Fantasie, sich vorzustellen, auf welchem Niveau der Herr Mafioso Urlaub gemacht hat. So weit, so gut – die Leute in den noblen Hotels können ja wirklich nicht wissen – vermutlich interessiert sie’s auch gar nicht – wie die neue Klientel, die unsere Dörfer und Pisten und noblen Häuser befüllt, zu ihrem Geldhaufen gekommen ist. Das wär‘ ja noch schöner, nicht wahr. Hauptsache, zahlungskräftig, Hauptsache spendabel – anders geht’s ja gar nicht (mehr), im High-End-Südtirol. (mehr …)

Vom Weinbau in Georgien, Geschichte(n) und Patriotismus

ARTE zeigte gestern einen sehr schönen GEO-Reportage-Film über das Weinland Georgien (ich verlinke den Beitrag weiter unten, er ist wirklich sehr schön, wie übrigens alles, was von GEO kommt). Ich liebe solche Reportagen über fremde Menschen und fremde Länder, und bin  immer wieder fasziniert, wie viele Ähnlichkeiten sich in so vielen Dingen, kleinen und großen, immer wieder hervortun, obwohl man doch, auf die ersten paar oberflächlichen Blicke, meinen möchte, die unsere sei der jeweils anderen Kultur so unendlich fern und so gänzlich fremd. (mehr …)

Prädikat: SEHR wertvoll

Die 20 größten Konsumsünden (inklusive ihrer Folgen und Ursachen): Ein maximal sehenswerter Beitrag. Man wird schon nachdenklich, doch, auch wenn man eh schon einigermaßen bescheiden lebt…

Meine Tochter bemerkte, dass „die Menschen ohne weiteres maximal überteuerte Preise zu zahlen bereit sind, für Mini-Mengen Kaffee in umweltschädlichen Aluminiumkapseln, aber für gutes Bio-Fleisch ein paar Euro mehr auszugeben, das geht scheinbar nicht“. Vielleicht liegt’s ja daran, dass Bio-Fleisch unter „ökologisch und politisch korrekt“, aber keineswegs „sexy“ läuft?! Vielleicht sollten wir’s ja mal mit George Clooney oder Johnny Depp als Bio-Metzger versuchen?!

(Nicht mehr) Nur mittelalte (weiße) Männer

Während hier bei uns im reichen Lande immer noch – scheint’s – eine satte Mehrheit der Männer glaubt, ein nackter Frauenhintern als Köder für eine Pizzeria (um nur das aktuellste Beispiel zu nennen) sei sexy oder gar erotisch oder gar à la Helmut Newton (jede Wette, der Mann würde in seinem Grab rotieren, wenn er wüsste, was hierzulande mit ihm auf einen Nenner gebracht werden will), derweil aber ein nackter Frauenhintern in dem Kontext, in den die feuchten Träume ewig pubertierender Männer ihn setzen, einfach nur blöd ist, derweil also kommen draußen in der großen und manchmal ein bisschen weiten Welt selbst althergebrachte Männer althergebrachter Parteien zur Erkenntnis, dass: Die Welt weiblicher werden muss, eine Erkenntnis, die sich übrigens auch positiv auswirken dürfte auf das Alt“herren“-Sexismus-Phänomen. (mehr …)

Von der Seligkeit im Fußgewand

Meine Tochter ist, im Gegensatz zu mir, eine „Potschn“-Trägerin  und –liebhaberin. Ich konnte mich mit Hausschuhen nie recht anfreunden, sie kamen mir immer fürchterlich spießig und bieder vor. Hausschuhe. Das einzige Paar, das ich mir kaufte und an das ich mich mit wehem Herzen erinnere – sie haben sich längst in Luft aufgelöst -, war ein Paar originaler Ugg-Boots aus Australien, zu einer Zeit, als die noch kein Mensch trug. Sie waren herrlich warm und hatten sehr wenig bis gar nichts von einem „Hausschuh“. Vielleicht war die Gummisohle dran Schuld. (mehr …)

Who am I

Neulich hatte ich im Radio gehört, dass es einen „Spruch des Jahres“ gibt, und dass für 2013 dieser hier dazu erkoren wurde: „Ich wähle NSA – die interessieren sich wenigstens für mich“. Ja, der beißt, und ich amüsiere mich immer noch darüber. Im allgemeinen aber finde ich die Unzahl der „Best of“, mit denen wir immer dann zugemüllt werden, wenn ein Jahr zu Ende geht, selten sonderlich spannend.

In diesem Jahr ist das für mich ein bisschen anders, woran zwei Faktoren maßgeblich beteiligt sind: Zum einen wie gesagt die Erkenntnis, dass es einen Spruch des Jahres gibt, zum anderen der Papst. Wenn mich nämlich jemand fragen würde, welcher mein Spruch des Jahres ist, dann würde ich den über die NSA ohne zu zögern an die zweite Stelle rücken, und diesen hier nennen: (mehr …)

Ja! Ja! Ja!

Ja wirklich – schon klar, dass ein halbnackter Jung-Frauen-Hintern sagenhaft viel zu tun hat mit a) Pizzaservice und b) gutem Zweck. Und ja, höchste Zeit, dass von offizieller Seite gegen diese sexistische, allemal unwürdige und jedenfalls dümmliche Art der „Werbung“  vorgegangen wird – schade nur, dass der Gleichstellungschefin Frau Oberhammer die Hände doch ein bisschen sehr gebunden sind und sie nicht viel mehr tun kann, als zu einem Boykott aufrufen und auf die Unterstützung der Medien zu hoffen (!).

À propos Medien: Eine permanente Black-List in den wichtigsten Zeitungen und Zeitschriften – das wäre doch ein großer Schritt.

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Von Schaumschlägern

Das ist jetzt mal wieder interessant. Schottland, das schon nächstes Jahr unabhängig werden will von der britischen Krone, ist ja immer eines der Lieblingsargumente unserer „Freiheit-für-Südtirol“-Rufer, wenn es darum geht, möglichst vielen von uns eine Loslösung von Italien schmackhaft und dazu glaubhaft zu machen, dass eine solche durchaus möglich wäre. Was die Schotten können, meint z. B. die Süd-Tiroler Freiheit, das kann Südtirol schon lange. (mehr …)

Ein bisschen peinlich

ist das jetzt schon, dass – die lokalen Medien, u. a. NSTZ berichten – nun doch, Arno Kompatscher und der von ihm und von so vielen herbei gesehnten und herbei geredeten  „Erneuerung“  zum Trotz, alles beim Alten bleiben wird, in Südtirol, und dass also die Landesregierung wie gehabt aus SVP und PD bestehen wird. Nix mit Grün, auch nix mit Blau, und insgesamt also ein wenig blass und kein bisschen farbenfroh sieht sie aus, „Erneuerung“ à la Südtirol.

Lang hat’s gedauert, und viel Wind wurde gemacht, um diese „Entscheidung“ – die dann doch keine war, wenn jetzt im Großen und Ganzen doch alles bleibt, wie’s immer war.

Und ein bisschen unglaubwürdiger ist er jetzt auch, unser neuer Landeshauptmann und Arno Kompatscher, jetzt, nachdem er die „Indiskretionen“ und Prognosen der NSTZ so heftig und so vehement bestritten hatte und es dann doch akkurat und justament so kam, wie es von dem Blatt vorhergesagt worden war.

In Sachen Erneuerung gibt’s als bis dato nicht viel zu melden, von der Heimatfront, außer vielleicht, dass künftig am Dienstag passiert, was bisher montags stattfand, und dazu, ich lese es gerade, der Herr Kompatscher gute Manieren hat und offenbar dazu neigt, seine Entscheidungen zuerst den direkt von ihr Betroffenen und erst anschließend der Presse mitzuteilen.

Es muss ganz schön schlecht bestellt sein um uns, wenn solche Selbstverständlichkeiten eigens – und lobend – erwähnt werden (müssen).

Aber vielleicht wird’s ja noch.

À propos

Ein Satz in diesem

AfD: Mit Fremdenfeindlichkeit nach Europa und zurück | ZEIT ONLINE

schönen Zeit-Text hat eine Gedankenkette in Gang gesetzt in meinen verwinkelten Gehirngängen und ein paar Fragen ausgelöst, in Sachen Migration und allem, was damit zusammenhängt. Es hängt ja wirklich sehr viel damit zusammen, unter anderem die Frage (eine Frage für Fortgeschrittene, wenn wir so wollen), ob Migranten denn eine Doppelstaatsbürgerschaft bzw. ein Doppelpass zustehen soll. Dieses Thema des Doppelpasses ist ja auch bei uns Südtirolern virulent (im vielfachen Sinne), obwohl wir ja nun wahrhaftig und schon längst keine Migranten mehr sind, keine Armutsmigranten zumal. Wir Südtiroler wandern höchstens aus, weil  uns in unserer reichen Provinz langweilig ist oder der (gehobene) Arbeitsmarkt nichts Passendes zu bieten hat oder wir glauben, in einem anderen Land denn jenem, wo die Zitronen blühen, besser daheim bzw. aufgehoben zu sein.

À propos Arbeit: Ich glaube, von freiheitlicher Seite einmal gehört zu haben, wir sollten doch nur „qualifizierte“ Menschen ins Land lassen. Das klingt sehr schön, und ganz schön anspruchsvoll, wobei ich jetzt allerdings nicht weiß, ob man sich bei freiheitlich auch schon gefragt hat, was wir diesen qualifizierten Migranten eigentlich zu bieten haben, in Sachen Jobs. Ich denke halt, dass beispielsweise Ingenieure oder IT-Spezialisten aus Indien vermutlich kaum Lust haben werden, unsere Äpfel zu klauben, unsere Touristen zu bedienen oder unsere alten und kranken Menschen zu pflegen. Vielleicht sollten wir also erst Mal unsere Stuben ein bisschen aufhübschen, bevor wir wählerisch werden.

Jedenfalls habe ich mir, ausgehend von der Frage nach dem Doppelpass, überlegt, dass es doch vielleicht überhaupt interessanter und klüger und langfristig eh viel wirksamer wäre, wenn wir alle zusammen aufhören würden, immer erst ins eigene Sackl zu wirtschaften und daran, dass es Hauptsache uns gut geht, möglichst am besten und jedenfalls besser als allen anderen. Dann würden z. B. alle Regionen in Italien fest zusammenhalten und so tun, als seien sie zwar nicht alle dieselben, aber als hätten sie alle dasselbe Ziel, nämlich die Angleichung des Lebensstandards und natürlich auch der – zum Beispiel – Sozial-, Gesundheits- und überhaupt Leistungen der Gemeinschaft an die Gemeinschaft. Dasselbe Prinzip könnten wir uns dann auch gleich für ganz Europa und bald danach für die ganze Welt denken, und schon wären alle (Migrations-)Probleme gelöst und die Welt ein friedlich-freundliches Osterfest.

Unmittelbar könnte das vielleicht so ausschauen, als ginge derlei zu Lasten der Reichen und zugunsten der „Faulen“. Dem ist aber natürlich keineswegs so, weil – wir sehen es ja eh – auf längere Sicht die Rechnung der Reichen, sie könnten sich endlos auf Kosten der Armen und immer weiter bereichern, eh nicht aufgeht. Früher oder später stehen die Armen vor unserer Tür, anders kann es gar nicht sein, und welche Christen wollten es wagen, sie zu verjagen. Wir könnten doch also auch gleich Nägel mit Köpfen machen, und „Globalisierung“ ganzheitlich angehen.

Dann wäre es übrigens auch völlig egal, woher die Migranten kommen (es würden ja sowieso kaum noch welche kommen, außer wahrscheinlich solche, die [wie wir Südtiroler, siehe weiter oben, auswandern, weil ihnen zuhause langweilig ist]) – , und wohin sie gehen, sie könnten also z. B. genauso gut in Sizilien bleiben, wie sie nach Skandinavien gehen könnten, und sie könnten diese Entscheidung schlicht davon abhängig machen, wo es ihnen besser gefällt, weil im Süden wie im Norden und im Osten wie im Westen überall die gleichen sozialen und überhaupt Standards herrschen. Und das sog. Sozialschmarotzertum, das gar manchen unter uns arge Kopfschmerzen bereitet, wäre auch ausgerottet und Schmarrn von gestern.

Und so banale Dinge wie Einzel- oder Doppelstaatsbürgerschaft, wen würden die noch kümmern.