„Heimat“ und was das ist, darüber hatte ich mir nie Gedanken gemacht: Ich war viel weg gewesen von zuhause, als ich noch jung war, aber „Heimat“ war kein Begriff, mit dem ich etwas anfangen konnte, ich verband damit Dinge, die mit mir nichts zu tun hatten. „Heimat“, das war eng, war muffig, und jedenfalls kein bisschen spannend. Das, was daran hing und was ich damit verband, interessierte mich nicht, und also interessierte mich auch der Begriff selbst nicht. (mehr …)
Kategorie: Südtirol
Von der Seligkeit im Fußgewand
Meine Tochter ist, im Gegensatz zu mir, eine „Potschn“-Trägerin und –liebhaberin. Ich konnte mich mit Hausschuhen nie recht anfreunden, sie kamen mir immer fürchterlich spießig und bieder vor. Hausschuhe. Das einzige Paar, das ich mir kaufte und an das ich mich mit wehem Herzen erinnere – sie haben sich längst in Luft aufgelöst -, war ein Paar originaler Ugg-Boots aus Australien, zu einer Zeit, als die noch kein Mensch trug. Sie waren herrlich warm und hatten sehr wenig bis gar nichts von einem „Hausschuh“. Vielleicht war die Gummisohle dran Schuld. (mehr …)
Ja! Ja! Ja!
Ja wirklich – schon klar, dass ein halbnackter Jung-Frauen-Hintern sagenhaft viel zu tun hat mit a) Pizzaservice und b) gutem Zweck. Und ja, höchste Zeit, dass von offizieller Seite gegen diese sexistische, allemal unwürdige und jedenfalls dümmliche Art der „Werbung“ vorgegangen wird – schade nur, dass der Gleichstellungschefin Frau Oberhammer die Hände doch ein bisschen sehr gebunden sind und sie nicht viel mehr tun kann, als zu einem Boykott aufrufen und auf die Unterstützung der Medien zu hoffen (!).
À propos Medien: Eine permanente Black-List in den wichtigsten Zeitungen und Zeitschriften – das wäre doch ein großer Schritt.
Verbockt, die Frauensache
So richtig schön verbockt, scheint mir, haben die Frauen ihre eigene Sache bei der Landtagswahl. Schade, dass ich nicht die Zeit habe, um Ursachenforschung zu betreiben: Was ist da los, im Jahre 2013, im Lande Südtirol?
Seit der hässlichen Watschn, mit der die Landes-Frauen-Chefin aus der Landes(Frauen)politik gejagt wurde, bin ich am Grübeln, und komme langsam zum Schluss: Südtirols Frauen, mehrheitlich SVP-Frauen, wollen also wohl lieber keine emanzipierten Frauen, die Politik machen statt Trockensträußchen, und sie wollen wohl auch keine Frauen, die fordern, sondern lieber Frauen, die folgen – und zwar den Erwartungen vermutlich ihrer eigenen und überhaupt der Männer. (mehr …)
Von Auswanderern, den eigenen und anderen
Auf facebook bin ich heute auf ein kleines YouTube-Video aufmerksam geworden, einen Film über unsere Trentiner Schwestern und Brüder, die im vorletzten Jahrhundert nach Brasilien ausgewandert waren, ein paar beeindruckende Bilder übrigens, die sich über die Gezeiten des Lebens gerettet haben. Wir alle kennen diese Geschichten, nicht wahr, und wir kennen die traurigen Gründe, aus denen diese vielen Menschen ihre Heimat verlassen mussten. Diese armen Teufel waren keineswegs Abenteurer, und es waren auch nicht Fernweh oder die Neugier auf andere Kulturen, die sie von zu Hause fort trieben, sondern die schiere Not, der Hunger, und wahrscheinlich ein Fünkchen Hoffnung auf ein besseres Leben. (mehr …)
Von Auswanderen. Den eigenen, und anderen
(Diesen Text hatte ich im August 2013 auf „salto.bz“ zum ersten Mal online gestellt.)
Auf Facebook bin ich heute auf ein kleines YouTube-Video aufmerksam geworden, einen Film über unsere Trentiner Schwestern und Brüder, die im vorletzten Jahrhundert nach Brasilien ausgewandert waren, ein paar beeindruckende Bilder übrigens, sie haben die Gezeiten des Lebens überdauert. Wir alle kennen diese Geschichten, nicht wahr, und wir kennen die traurigen Gründe, aus denen diese vielen Menschen ihre Heimat verlassen mussten. Diese armen Teufel waren keineswegs Abenteurer, und es waren auch nicht Fernweh oder die Neugier auf andere Kulturen, die sie von zu Hause fort trieben, sondern die schiere Not, der Hunger, und wahrscheinlich ein Fünkchen Hoffnung auf ein besseres Leben. (mehr …)
Weltfremd oder Trend?
Da hat sich gestern so ein Wachstumsapostel ziemlich bösartig aufgeregt im Tagblatt der Südtiroler, über die Beiträge und die Weltanschauung von Dr. Peter Ortner und andere, ähnlich „weltfremde“ – sagt der Wachstumsapostel – Zeitgenossen
Das ärgert mich noch heute, denn ich mag die Beiträge von Dr. Peter Ortner sehr. Die Denke dieses Mannes ist sehr „slow“, ob er das nun weiß oder nicht. Vermutlich ist er einfach nur Heimatschützer und Traditionalist. Ich bin weder das eine noch das andere, aber unser Land, seine Natur, Kultur und auch die Geschichte mag ich trotzdem sehr. Und ich kann auch gar nicht nachvollziehen, was da „weltfremd“ dran sein soll, wenn einer der Meinung ist, dass irgendwo auch Schluss sein muss mit dem immer-mehr-und-immer-weiter-mit-noch-mehr. Mir jedenfalls ist „slow“ sehr viel sympathischer als „fast“ und ich wage die Behauptung, dass in Wahrheit Wachstumsprediger wie der bösartige Leserbriefschreiber weltfremd sind und in ihrer Entwicklung stehen geblieben.