Ich bin empört

Bei „stol“ überraschte neulich ein aufwändig gestalteter Beitrag mit dem Titel „Im Bann der Bahn“. Er berichtete ausführlich, wenn auch eher einseitig, über den unerschütterlichen Willen einiger (Weniger), auf Kastelruther Gemeindeboden eine dritte Seilbahn zur Seiser Alm zu errichten, dieses Mal vom Hauptort Kastelruth aus, und auf den Puflatsch hinauf (die vernünftigen Standorte für eine Bergstation dort oben sind ja schon besetzt. Oder auch: Vom Schicksal der Zu-Spät-Gekommenen). Dass diese (alte) Idee nicht schon längst gestorben ist, überrascht. Dass sie aber sogar den heurigen Winter überlebt hat, macht sprachlos. (mehr …)

Die Wirtschaft!

credits: Andreas Colli, BM Kastelruth
credits: Andreas Colli, BM Kastelruth

Der Bürgermeister der Gemeinde, der ich qua Geburt angehöre, hat gestern oder vorgestern in seiner Facebook-Timeline dieses Bild geteilt, mit seinen Followern und der mehr oder minder interessierten Öffentlichkeit. Ich hoffe, er wird es mir nachsehen, dass ich mir das Foto hiermit quasi einverleibe, ungefragt, denn es ist ein ungeheuer starkes Bild, das ich nicht „einfach so“ an mir vorüber ziehen lassen kann. (mehr …)

Klimawandel? Welcher Klimawandel?!

Ich komme grad vom Schneeschaufeln, eine elende Schinderei. Das Zeug tut nur so, als sei es Schnee – in Wahrheit ist es nasser Zement. Aber es sieht hübsch aus, ohne Zweifel, und wer nicht zu genau hinschaut, die könnte doch glatt meinen, wir hätten eine richtige Winter-Idylle. Wie damals, früher, als die Welt noch in Ordnung war und funktionierte, wie wir und die Schneewirtschaft uns das wünschten. (mehr …)

Von Abstimmungen, geheimen und anderen

Das ist ein Problem, hatte ich mir neulich gedacht, als ich von der (neuerlichen) Abstimmung über den Neubau einer Seilbahn von Kastelruth auf den Puflatsch gehört hatte. So eine Abstimmung in einem kleinen Dorf, in dem jeder jede kennt und irgendwie alles miteinander verwoben und aufeinander angewiesen ist, in so einem Dorf ist so eine Abstimmung ein Problem – jedenfalls in einer Sache, die von großer Tragweite ist für die Gemeinschaft und, wie das in solchen Fällen üblich ist, das Dorf entzweit. (mehr …)

Prädikat: SEHR wertvoll

Die 20 größten Konsumsünden (inklusive ihrer Folgen und Ursachen): Ein maximal sehenswerter Beitrag. Man wird schon nachdenklich, doch, auch wenn man eh schon einigermaßen bescheiden lebt…

Meine Tochter bemerkte, dass „die Menschen ohne weiteres maximal überteuerte Preise zu zahlen bereit sind, für Mini-Mengen Kaffee in umweltschädlichen Aluminiumkapseln, aber für gutes Bio-Fleisch ein paar Euro mehr auszugeben, das geht scheinbar nicht“. Vielleicht liegt’s ja daran, dass Bio-Fleisch unter „ökologisch und politisch korrekt“, aber keineswegs „sexy“ läuft?! Vielleicht sollten wir’s ja mal mit George Clooney oder Johnny Depp als Bio-Metzger versuchen?!

Manderwirtschoft

Kürzlich war ich mit einer Lehrerin einer Südtiroler Oberschule zusammen getroffen, wie’s halt der Zufall so will, und im Plaudern über das Eine und das Andere ließ ich einen Kommentar über unser doch immer noch und trotz allem ziemlich reiches Land fallen. Ich meine, unser Reichtum springt doch jeder ins Auge, die ihn sehen will, nicht wahr – ich persönlich staune zum Beispiel immer gern und immer wieder über unsere Superstraßen, Tunnels, Hang-Befestigungen und ganz besonders über unsere Museen, Schulgebäude und überhaupt unsere öffentlichen Gebäude.

In dem Zusammenhang, übrigens, ein kleiner Exkurs: Wir waren kürzlich, meine Tochter und ich, zu Besuch in der Benediktiner-Abtei in Müstair (Weltkulturerbe, in der – reichen – Schweiz, kann ich sehr empfehlen) und gleich danach, weil’s naheliegt im mehrfachen Sinne, in der (Südtiroler) Benediktiner-Abtei Marienstift, zweifelsohne ein überaus wichtiges kunst- und kulturhistorisches Denkmal weit über unsere Provinzgrenzen hinaus, aber keineswegs UNESCO-Weltkulturerbe. Nichtsdestotrotz: Das Schweizer Weltkulturerbe (!) wirkt im Vergleich zu unserem „einfachen“ Stift Marienberg doch recht schlicht, sei es in seiner Ausstattung, sei es in seiner Gestaltung. Das hat mich nachdenklich gemacht.

Aber zurück zum Ursprung. Jene Lehrerin war nicht recht einverstanden, mit meiner Meinung über unser reiches Land, und erzählte, wie an den Schulen, am Lehrpersonal, an Lehrausflügen, am Material und überhaupt: an der Bildung, Ausbildung und Zukunft unserer Kinder und somit an unser aller Zukunft nach Kräften und ziemlich rücksichtslos gespart und gekürzt werde, und dass diese Gelder „nur noch an die Ausländer“ gingen. Sie sagte das so, wörtlich. Das nun scheint mir doch eher sehr frag- bis unglaubwürdig, aber wir hatten leider nicht mehr die Gelegenheit, der Sache nachzugehen.

Seither überlege ich, in Sachen „Wirtschaft“ und „Wirtschaftskompetenz“, wie denn das zugeht und was daran so „wirtschaftlich“ sein soll, wenn auf der einen Seite an den Schulen und der (Aus-)Bildung – also dem Fundament jeder Gesellschaft -, gespart und gekürzt wird, gleichzeitig die Bevölkerung (und nicht einmal nur die „ungebildete“) im Glauben gelassen wird, die auf diese Weise frei gewordenen Mittel dienten nur dazu, „die Einwanderer“ zu verwöhnen… aber kein Mensch fragt, ja wie es denn sein kann, dass scheinbar und trotz allem immer noch genügend Millionen und sogar Abermillionen da sind, die von unseren wirtschaftskompetenten Regierungsmännern frohen Herzens und leichten Gemüts in maroden Fluglinien, überflüssigen Flughäfen, untüchtigen Fahrsicherheitszentren, unzeitgemäßen Seilbahnen usw. usf.: Versenkt werden.

Ja, und wenn ich dann noch ein bisschen weiter überlege, dann lande ich unweigerlich bei der Frage, welcher Gesellschaftsschicht um nicht zu sagen welchen Geschlechts Lieblingsspielzeug Autos, Flugzeuge, Rennbahnen, Motoren u. dgl. mehr schon immer waren und scheinbar immer noch sind, und zwar gänzlich ungeachtet der Tatsache, dass sich unsere Welt derweil und schon längst ganz, aber wirklich ganz anders entwickelt hat