Grenzen, mit Willkür, Unrecht und überhaupt: Ich hab‘ da mal ’ne Frage.

Ja, es wäre SEHR spannend, heute schon zu wissen, was die Geschichtsbücher dereinst, in zwei- oder drei- oder vierhundert Jahren, über die Geschehnisse unsere Tage erzählen werden, was die Studenten diskutieren, und was die Professoren lehren werden. Ich fürchte, das Bild, das wir als „zivilisierte“ Gesellschaft abgeben werden, ist nicht das Beste: Wie wird beispielsweise die Tatsache erzählt werden, dass viele, viele Tausende Menschen armselige, unwürdige und einsame Tode sterben mussten, im Mittelmeer und vor den Toren des (reichen!) Europa, bevor dieses Europa – seine höheren und höchsten Chargen – sich dazu herab ließ, einmal aufzuschauen, und kurz hinzusehen?

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„Nationalismus hat viele Masken“

Ich habe keine Ahnung, warum ich gestern diesen Text auf www.zeit.de geöffnet habe, im Gegensatz zu vielen anderen, die sich mit den Nachwehen der Europawahl beschäftigen. Tatsache ist aber, dass ich mit nichts Besonderem gerechnet hatte, am allerwenigsten damit, dass er mein übles Bauchgrimmen in Sachen Separation, Sezession und allem, was damit zusammen hängt, rechtfertigen würde. (mehr …)

Neue Grenzen, andere Grenzen

Es gibt keine Grenzen, die auch nur einem einzigen Menschen in all seinen Facetten, seinen Lebensentwürfen und seinen vielfältigen Anforderungen an das Leben gerecht werden könnte. Jede Grenze, wenn sie von Menschenhand nach den „klassischen“ Kriterien gezogen wurde, kann gar nicht anders als einerseits ausschließen, und andererseits eingrenzen. Das liegt in der Natur der Grenze. Es ist also völlig illusorisch, sich und anderen einreden zu wollen, es ließen sich solche oder andere Grenzen ausfindig machen, die alle Menschen, die drinnen und die draußen, glücklich oder auch nur zufrieden machen. (mehr …)

Grenzenlos (am Beispiel „Europaregion Dolomiten“)

Es war ein Kommentar, ich kann ihn leider nicht wiederfinden, eines Users unter einem Text, den ich leider auch nicht wiederfinden kann, der die Sache mit den „Fließenden Grenzen“ in meinem Kopf in Bewegung setzte. Ich erinnere mich, dass der Kommentator ein wenig verbittert und sehr frustriert, so schien es mir, davon berichtete, dass ja schließlich (ich glaube) fast 75 Prozent der Dolomiten, mit denen Südtirol sich international brüstet und hervortun will, zu Belluno gehören, dass aber just dieses Belluno von Südtirol mehr oder minder gesnobt wird. (mehr …)

Grenzenlos (die Vorgeschichte)

Es wird hier bei uns sehr viel oder, um genauer zu sein, für meine Begriffe viel zu viel über Grenzen diskutiert. Hauptsächlich „diskutieren“ die, denen die (ehemalige) Brenner-Grenze immer noch ein Dorn im Auge oder eigentlich in der Seele ist und zwar ungeachtet der Tatsache, dass der Dorn längst vom Zahn der Zeit zernagt und die Wunde, die er in manchen Seelen gerissen haben mag, längst verheilt sein sollte. Besonders interessant finde ich übrigens die Tatsache, dass auffallend viele junge Menschen nicht damit klar zu kommen scheinen, dass Südtirol zu Italien gehört und das trotz der Tatsache, dass sie es nie anders erlebt haben (das „andere“, das nicht-italienische Südtirol kennen sie allenfalls aus Erzählungen ihrer Großeltern).

Das Ergebnis dieses Südtiroler Ur-Schmerzes ist, dass hierzulande immer noch über Sezession und Separation fantasiert wird. (mehr …)