Von schönen Boznerinnen, tüchtigen Schlerngärtnerinnen und zornigen Männern

Die Sage, die ich hier wiedergebe, habe ich zufällig gefunden, und mich sehr darüber gefreut, nicht nur, weil darin mein Dorf, und sein im Volksmund „Kofl“ genannter Kalvarienberg vorkommen, sondern auch, weil die mir völlig neue Geschichte so glaubwürdig erzählt, dass die schönsten Bozener (!) Mädchen aus Kastelruth kommen… ein bisschen höher hat mein Kastelruther Herz angesichts dieser Neuigkeiten schon geschlagen! Die Erzählung stammt übrigens aus dem Buch „Märchen aus den Dolomiten“ (Diederichs, herausgegeben von Ulrike Kindl). Notabene: Passagen, die ich aus Frauensicht besonders interessant finde, habe ich kursiv markiert (und zum Schluss ganz persönlich kommentiert).

Eine auf dem Schlern häufig vorkommende Blume (Statice Alpina, auch Armeria Alpina, auch Grasnelke – die mir zur Verfügung stehenden Quellen sind hier unklar -) heißen die Leute allgemein „Schlernhexe“.
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Wer geschützt werden soll

Ich trage das jetzt schon ein Weilchen mit mir herum. Es hatte vor längerer Zeit auf http://www.salto.bz einen Beitrag über Ausländerfeindlichkeit gegeben. Ist ja immer ein heißes Thema, und unsere „einzige“ und vielgelesene Tageszeitung „Dolomiten“ (auch als „Tagblatt der Südtiroler“ bekannt – die Südtirolerinnen sind hoffentlich mit gemeint) hilft fleißig mit, das eh schon schwierige Thema „heiß“ und am Köcheln zu halten. (Liebe Dolomiten-Macher: Ich habe gerade auf Facebook eine Seite gesehen, die nennt sich „Stimmen für Menschlichkeit“ (bei Martin Borger). Das wäre doch eine nette Alternativ-Kampagne, für Ihre Zeitung. Jeden Tag eine „Stimme für Menschlichkeit“, statt „Stopp der Gewalt“). (mehr …)

(Binnen)-I/ch, schon wieder (s’ist Sommerloch!)

Das Binnen-I und Konsorten erschrecken die Welt, die heimische zumal. Wenn’s nicht so traurig wäre, dann wäre es bestimmt spannend und jedenfalls faszinierend, zu beobachten zu studieren zu erforschen, was im Grunde oder in Wahrheit diese Menschen, hauptsächlich aber leider nicht nur Männer, so sehr bewegt und ängstigt an diesem kleinen Buchstaben, der – wenn groß geschrieben – mitten im Wort sich hinstellt und sagt: Schau, (die) Frauen sind auch da!

Vielleicht wär’s diesen Männern und Menschen ja auch in Wahrheit viel lieber, die Frauen wären nicht da, oder zumindest nicht so sichtbar. (mehr …)

Ist da was?!

Neulich las ich mal wieder im Tagblatt der Südtiroler, auf Seite 15, „Im Zweifelsfall raus aus allem“, wie so mancheR LandtagskandidatIn sich von so manchem Verwaltungsratsposten verabschiedet, aus Angst vor der Unwählbarkeit. Scheint mir eine gesunde Einstellung zu sein, ich seh’s ja, bei uns im Dorf, da sitzen immer die gleichen in den immer gleichen Aufsichts- und Verwaltungsräten (oder vielleicht auch nur den wichtigen), und ziehen dort munter alle Fäden, die sie zu ziehen glauben müssen.

So weit so gut so korrekt, denke ich mir, und überlese ungestört all die fett gedruckten Namen, bis ich am Ende des Textes doch noch an einem solchen hängen bleibe, keine Ahnung warum, ich glaube, es war der Name von Hanspeter Munter, dem Wahlkampfleiter bei SVP, und von dort, keine Ahnung warum, lese ich mich zurück an den Anfang des Absatzes mit Hanspeter Munter, um dort, Teufel auch, mächtig eingebremst zu werden im raschen Lesefluss. „Die Unwählbarkeiten sind ein Problem der Mehrheit. Oppositionelle sitzen kaum in Verwaltungsräten“. Steht da. Genau so.

Hoppla! Was heißt denn das? Doch nicht, dass „die von der Opposition“ grundsätzlich kaum je in irgend etwas kompetent sind? Oder dass die solche Posten gar nicht wollen?! Oder dass die Verwaltungsräte nicht nach Kompetenz, sondern nach ihrer politischen Zugehörigkeit berufen werden? War das schon immer so? Ist das so üblich? Nur bei uns? Oder überall? Und überhaupt: Was hat der Posten eines Verwaltungsrates mit der politischen Zugehörigkeit zu tun?!

Eigenartig. Aber vielleicht ist ja dieser der Grund dafür, dass bei uns im Dorf immer die gleichen…

Weltfremd oder Trend?

Da hat sich gestern so ein Wachstumsapostel ziemlich bösartig aufgeregt im Tagblatt der Südtiroler, über die Beiträge und die Weltanschauung von Dr. Peter Ortner und andere, ähnlich „weltfremde“ – sagt der Wachstumsapostel – Zeitgenossen

Das ärgert mich noch heute, denn ich mag die Beiträge von Dr. Peter Ortner sehr. Die Denke dieses Mannes ist sehr „slow“, ob er das  nun weiß oder nicht. Vermutlich ist er einfach nur Heimatschützer und Traditionalist. Ich bin weder das eine noch das andere, aber unser Land, seine Natur, Kultur und auch die Geschichte mag ich trotzdem sehr. Und ich kann auch gar nicht nachvollziehen, was da „weltfremd“ dran sein soll, wenn einer der Meinung ist, dass irgendwo auch Schluss sein muss mit dem immer-mehr-und-immer-weiter-mit-noch-mehr. Mir jedenfalls ist „slow“ sehr viel sympathischer als „fast“ und ich wage die Behauptung, dass in Wahrheit Wachstumsprediger wie der bösartige Leserbriefschreiber weltfremd sind und in ihrer Entwicklung stehen geblieben.