Ich gestehe: Ich bin ein Brot-Freak und bräuchte, um glücklich zu sein, wenig mehr als ein Stück guten Brotes. Gutes Brot aber, im klassischen Sinne, ist ein rares Gut geworden, in unseren Tagen, so sehr, dass ich persönlich ja zur Ansicht neige, der Zustand einer Gesellschaft lässt sich an ihrem Brot ablesen und erkennen: Je übler das Brot, desto übler die Zustände in der Gesellschaft. Unter üblem Brot verstehe ich übrigens alles, was uns gemeinhin und mit wenigen Ausnahmen als „Grundnahrungsmittel“ zugemutet wird: Viel Luft (Schein!), wenig Substanz (Sein!); aufgeblasene Teigklumpen, die am besten schnurstracks verschlungen werden, weil je länger man kaut, desto übler der Geschmack, und überhaupt (langer Rede, kurzer Sinn): Viel Getue, wenig drin. (mehr …)